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Stag Saddel und nach Tekapo



Im Bunkhous von Methven hat es mir sehr gut gefallen. Es gab eine grosse Küche, drei weitere deutsche Backpacker und vor allem ein Stadtzentrum. Seit 16 Tage war ich in keiner Stadt mehr gewesen. Da ist es nur all zu logisch dass meine erste Anlaufstelle der Four Square Supermarkt war. Ich kaufte Brot, Frischkäse Salami und ein Liter Bundaberg Bier importiert aus Australien. Zurück im Hostel schmierte ich einen guten Zentimeter Frischkäse auf das getostete Brot. So lange hat mir ein Toast schon lange nicht mehr geschmeckt. Eine willkommene Abwechslung zum Instant Food a la Porridge. Die anderen Backpacker sorgten für gute Gespräche, ich tilgte in vergangenen Tage ja sogar Jahre als ich selbst mit Work and Holiday Visa hier war. Die drei waren zwischen 19 und 21 und voller Tatendrang. Nach Erfahrungen sammeln und Selbstfindung. Zum Abend haben wir Herr der Ringe 1 angeschaut. Vom zweiten Teil habe ich den Anfang noch mit angeschaut, dann bin ich um halb elf ins Bett. Die anderen dagegen blieben standhaft und verweilten bis um 4 Uhr am nächsten Morgen. Zum Frühstück unterhielt ich mit Hostel Besitzerin Wendy, die viel von den TA Wanderer zu berichten hatte. Um kurz nach zehn Uhr ging ich nachdem die Homepage aktualisiert war weiter. Ich hatte mich entschieden die ca. 70 Kilometer lange Etappe zwischen dem Rakaia- und Rangitata River auszulassen. Das Risiko vor zu tiefen und reissenden Flüssen zu stehen war mir zu hoch. So legte ich noch am selben Tag die 180 Kilometer "hitch hike" Etappe bis zum Carpark "On the true left side of the Rangitata River" zurück. Und das ist schon eine Leistung wenn man bedenkt das 60 Kilometer davon wirklich im Backcountry sind. Glück muss man haben und entweder einen Farmer antreffen oder wie ich einen Kiwi, der nur mal schauen wollte da er seit etlichen Jahre nicht mehr dort war. Eine aufregende Fahrt auf der Schotterpiste mit einer Furt im PKW. Um 16 Uhr kam ich an. Ich lief gerade in die Schlucht als Martin mir mit Rucksack, Stöcke und drei Liter Wasser entgegen kam. Er war auch auf dem TA unterwegs und der erste SOBO (South Bounder) den ich traf. Er berichtete davon das er auf der Etappe vom Rakaia- bis zum Rangitata River vier Tage im Zelt festsass. Die Flüsse waren einfach zu hoch. Als er weiter gehen könnt, gingen seine Vorräte zur Neige sodass er zurück nach Methven musste. Zum Glück dachte ich mir habe ich das Stück ausgelassen. Nun berichtete er erneut von einem zu hohen Wasserstand des Flusses in der Schlucht, weshalb er umkehrte und am Parkplatz campen wollte. Ich gab mich noch nicht geschlagen da ich den Fluss erst selber sehen wollte. Ich lief weiter und querte die ersten Furten. Als die Schlucht jedoch enger wurde und somit der Pegel und die Strömung stieg wurde es kniffliger und ich musste genauer nach den passenden Stellen suchen. Kein Zweifel, die nächsten Furten waren mit die schwierigsten bisher. Die Strömung war extrem stark sodass ich mich mit voller Kraft gegen sie lehnen musste. Das Wasser reichte bis zum Hüftgürtel des Rucksacks. Ein Fehltritt und die Strömung hätte mich etliche Meter flussabwärts gespült. Anschliessend legte ich etlichen Höhenmeter zurück und erklomm zwei Bergkuppen. Im dunkeln erreicht ich mit der Stirnlampe "Crooked Spur Hut". Die Bleibe für die Nacht. Der nächste Tag war nicht weniger anstrengend. Im Gegenteil. Ich hatte zwei Pässe vor mir. Der erste gleich nach dem Aufbruch. 500 Höhenmeter angenehmer Anstieg zum Frühstück. Die Landschaft war unglaublich schön. Ich befand mich zwar unterhalb der hochalpinen Grenze aber über mir waren die Gipfel schroff. Ich lief auf einem mehr oder weniger gut sichtbaren Weg der durch Tussk Landschaft hinauf bis zum Sattel führte. Nach dem Abstieg vom Sattel im Geröll führte der Weg weiter durch Tussk Landschaft. Dabei lief ich über mehrere Kuppen.Im Auf- und Abstieg. Immer abwechselnd. Hier gab es keinen Weg mehr und zur Orientierung dienten die weit voneinander und nicht immer ersichtlichen Eisenpfosten mit den orangen Markierungen. Das Vorankommen war nicht einfach und seh kräfteraubend. Die unberührte und wilde Natur entschädigte hierfür. Nach eine Weile kam ich zum Stone Hut. Einer weiteren älteren Hut das ihren Charm durch ihre Ursprünglichkeit, der Wellblech Fassade mit Dach und offene Feuerstelle bei behielt. Natürlich gehören zu so einer Hut auch die extrem nachtaktiven Mäuse. Ich hatte auch schon Bekanntschaft mit den Nagern gemacht. Den Essensack und die Wasserbehälter musste ich schon alle flicken. Noch am selben Tag lief ich weiter zur Royal Hut. Dort traf ich einen weiteren SOBO. Der Maori (neuseeländischer Ureinwohner) war seit Mitte Oktober unterwegs und ganz im Norden der Nordinsel gestartet. Auch er berichtet von sehr hohen Wasserständen und musste selbst einige Tage ausharren. Ich genoss die Unterhaltung und verlängerte meine Mittagspause auf 1 Stunde und 15 Minuten. Dann lief ich weiter. Hinauf zum Stag Saddel, dem höchsten Punkt auf dem TA mit ca. 1950 Meter Höhe. Der Anstieg war lang, zog sich hin war aber nicht all zu schwer. Das unangenehme war der kalte Wind. Ich bevorzuge es luftig zu haben. Also lief ich wie jeden Tag in Shorts und T-Shirt. Ich suche mir dann immer wenige Meter vor der zu erreichenden Höhe Schutz hinter grossen Felsen und schlupfe in die Hardshell Kleider. In diesem Fall Gore Text Hose und Jacke. Dabei schwitze ich nicht, die Shell Kleidung kann atmen (vorausgesetzt es schüttet nicht wie aus Eimern sodass das Aussenmaterial komplett voll gesogen mit Regen ist) und vor allem ist sie Winddicht. Vom Sattel aus stieg ich hinauf auf den Kamm. Was mich erwartete war der bisher schönste und atemberaubendste Blick den ich hatte. Vor mir in der Ferne lag Lake Tekapo, näher zu mir ein riesiges ursprüngliches Flussbett und direkt dahinter erhoben sich steil die Southern Alps. Weit in der Ferne waren die Berge mit Gletschern überzogen. Leider hingen dort bereits einige Wolken, sodass ich den höchsten Berg von NZ nicht sehen konnte. Mount Cook. Kilometer weit lief ich während die Sonne unterging auf dem Kamm entlang. Abermals mit der Stirnlampe kämpfte ich mir durch Tussk bis ich die Camp Stream Hut erreichte. Dort machte ich mir ein Feuer und verbrachte die Nacht mit quietschenden Mäusen in einer älteren Wellblech Hut. Am Folgetag lief ich die letzen knappen 20 Kilometer bis zur Strasse am Lake Tekapo. Dort nahm mich eine deutsche mit die bereits vier Jahre reiste mit ihrem Auto bis zu Lake Tekapo Village mit. Sie erzählte mir dass sie es sich nicht mehr vorstellen könnte an einem Ort zu bleiben aber manchmal, nur wenige Male hat sie das Bedürfnis doch fest zu bleiben. Auch bei diesem Gespräch wurde ich wieder daran erinnert dass es mir ähnlich erging und an vergangene Tage erinnert. Wer weis vielleicht wird ihr es ihr ähnlich so ergehen dass sich die Ansichten ändern und sie komplette anders denkt. Ich stieg an der Tankstelle an der Hauptstrasse aus. Ihr Geldbeutel legte sie während sie tankte auf das Dach. Ich schob eine 10 Dollar Note darunter. Sie wollte es nicht annehmen und argumentierte dass sie selbst schon oft per Anhalter gefahren sei. "Es ist ein geben und ein nehmen" sagte sie. Ich meinte dass es an der Zeit sei zu nehmen. Dann suchte ich mir eine Bleibe für die Nacht im Ort.

Rund um Methven ist das Land flach. Hier starte ich Hitch Hiking.

Nochmal was leckeres in Peel Forrest, dann geht es ins Backcountry.

Der Fluss am Anfang in der Schlucht.

Geschätzte 20 Kilometer ist das Tal um den Rangitata River breit. Eine unglaubliche Dimension die schwer vorstellbar ist.

Der erste Sattel nach bzw. zum Frühstück.

Tussk Landschaft um ein Sumpf- Seegebiet.

Auf dem Stag Saddel. Blick zurück auf die Aufstiegseite.

Stag Saddel. Blick auf die andere Seite.

Auf dem Kamm mit Blick über Lake Tekapo, das breite Flussbett und die Berge.

Kurz vor Sonnenuntergang auf dem Kamm.

Auf dem Kamm mit Blick über Lake Tekapo, das breite Flussbett und die Berge.

Kurz vor Sonnenuntergang auf dem Kamm.

Camp Stream Hut.

In der Hut, das Feuer, die Mäuse und Ich.

Am nächsten Morgen sind alle Wolken verschwunden.




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