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Die letzten Tage am Atlantik

Soeben hatte ich die Straße verlassen und der Weg führte auf einem schmalen Pfad bergab. Als ich unten ankam, wanderte ich vorbei an meterhohen Bambus. Es ist schon einige Zeit vergangen, als ich das letzte Mal Bambus sah. Am meisten war er im Baskenland entlang des del Nortel zu sehen. Dort war es ganz normal an den exotischen Pflanzen vorbeizugehen. Kurz danach durch- bzw. Überquerte ich einen Bachlauf. Die vorhandenen großen Steine lagen einige Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche. Ich drückte mich nebenan auf Treibholz das sich zwischen den Bäumen verkeilte durch. Es war eine etwas waghalsige Unternehmung, aber ich behielt trockene Füße. Ich hätte auch die Schuhe ausziehen können und durch das Wasser laufen. Habe ich aber nicht.

 

 


 

Der Abschnitt im Wald mit dem Bambus auf der rechten Seite.

 

 

 


 

Zurück auf einem Straßenabschnitt. Es war eine längere Asphalttagesetappe. Dabei fiel mir diese Raupenkolone auf. Alle folgen der Route der ersten. Ich leitete sie mit Stöcke und den Schuhen zurück in den Straßengraben. Ob sie wohl dortgeblieben sind.

 

 

 

 

Abends kam ich in einer öffentlichen Herberge an die sich am Ortsrand befand. Ich meldete mich bei der Telefonnummer die ich an der Eingangstüre Vorfand. Die Hospitalera erzählte mir von dem Schlüssel, der sich unter einem Stein unterm Schuhregal befand. Ich trat ein. Sie kam später nach.

 

 




 

 

Im Hostal fand ich eine Bild, dass über dem Tisch in dem Aufenthaltsraum hing. Das Motiv erkannte ich sofort wieder. Einige Tage zuvor hatten wir dort bei der Kirche im Eingangsbereich übernachtet.

 

 

 

 

Eintrag im Gästebuch.

 

 

 

 

 

Das Wetter war weiterhin beständig. Es regnete seit Tagen nicht nennenswert. Ich lief über das Land, passierte kleine Dörfer und überquerte ab und zu die Autobahn die ich an einigen Tagen immer wieder zu Gesicht bekam und dem Küstenverlauf stetig folgt.

 

 

 

 

Eine Kapelle in einem kleinen Dorf an der der Camino vorgeführt.

 

 

 

 

 

Dieses kleine verschlafene Dorf indem ich kein Hund gesehen und gehört habe, ist bestimmt die Heimat vieler Katzen. Die im Vordergrund war nicht die einzige die ich sah.

 

 

 

 

 

Ein typischer Anblick einer Kirche.

 

 

 

 

 

Asturische Landwirtschaft. Eine größere Farm. Dahinter der Atlantik.

 

 

Gegen 13 Uhr kam ich in dem Küstenort Luarca an. Mir gefiel der Ort sehr und so brauchte ich eine ganze Weile bis ich unten im Hafen ankam. Erst lief ich vor zum Leuchtturm, von wo aus ich über die Küste in Richtung Osten und das große Hafengebiet blicken konnte. Viele Hafen befinden sich hier in natürlichen Buchten, die von großen Mauern, sogenannten Molen von der rauen See geschützt sind. Bei hohem Seegang brechen die Wellen vor den Mauern und das Wasser schwappt meterhoch über ihnen hinweg. Das ist nicht bei jeder Welle so, denn alle haben unterschiedliche Höhen. Manchmal muss man etwa Geduld haben um dies zu sehen.

 

 

 

 

 

Der erste Anblick auf die Stadt bei meiner Ankunft.

 

 

 

 

 

Der Faro, er weist den Schiffen den Weg.

 

 

 

 

 

Eine Welle schwappt über die Mole. Es wäre besser, nicht unter diesen Umständen auf ihr zu laufen.

 

 

 

 

Blick über den Hafen und die Stadt die sich an die Hänge schmiegt.

 

 

 

 

Gegen 14 Uhr bin ich gut gestärkt mit Mittagessen aufgebrochen. In einem Supermarkt habe ich mir etwas gekauft und es auf einer Bank in der Stadt gegessen. Anschließend bin ich noch ein Café trinken gegangen. Der Barmann war etwas verwundert, dass ich noch weitere 20 Kilometer laufen wollte. Schließlich ist das für viele Pilger eine Tagesetappe. Die ersten knappen 20 hatte ich bereits schon hinter mir. Mittlerweile war ich richtig fit und hatte abends keine Beschwerden mehr. Immerhin bin ich schon fast 600 Kilometer gelaufen.

 

 

 

 

 

Unterwegs passierte ich diese alte Ruine einer Kirche.

 

 

 

 

 

 

Und im Garten diese Model eines Kornspeichers.

 

 

 

 

Am Abend erreichte ich den Ort indem ich in einer Pension übernachtete. Ich hatte mich am Vorabend entschlossen bis hierher zu gehen da eine öffentliche Herberge geschlossen hatte. Es war zwar noch eine zuvor, aber 16 Kilometer waren mir dann doch zu wenig. So lief ich eben 38 Kilometer. Das Zimmer das ich hatte war sehr groß. Insgesamt gab es drei Betten. Die Dusche war auch sehr gut. Ich kochte mir am Abend im Zimmer mit dem Kocher mein Essen.

 

 

 

Am nächsten Tag lief ich die letzte Etappe entlang der Küste. Am Folgetag waren es zwar nochmal weiter 13 Kilometer bis Ribadeo, jedoch lief ich noch weiter und stoppte dort nicht. Der letzte ganze Tag also in Asturien. Insgesamt lief ich über 300 Kilometer in der Provinz. Dann folgte die letzte. Galizien.

Ich lief guter Dinge an diesem Tag, kam sehr gut vorwärts und genoss das laufen wirklich. Es gibt bei einer solchen langen Wanderung nicht immer solche Tage. Es gibt auch diese an denen ich mich frage was ich hier eigentlich mache.

Ich lief gerade an einem von drei Häuser vorbei die auf einer Anhöhe am Waldrand lagen. In der Ferne führte die Autobahn die ich von hierfür sehen konnte. Ich grüßte eine ältere Frau freundlich, die mich ohne groß zu zögern fragte ob ich ein Café trinken wollte. Ohne groß zu zögern stimmte ich zu. Auch hier wachte ein Hund über das große Haus. Ich bemerkte in jedoch erst als ich bei der Grau in der Küche saß und den Café den sie frisch zubereitete zu mir nahm. Dazu hab es noch Kuchen. Ich erzählte mit den wenigen Brocken spanisch die ich kann von mir und meinem Camino. Plötzlich kam der Hund herein, der sichtbar Angst hatte und zittern Schutz hinter seinem Frauchen suchte. Er blickte immer wieder hervor, traute sich jedoch nicht und verschwand immer wieder nachdem er wieder kurz in der Küche auftauchte. Ich weiß nicht genau wie lange ich schon dort saß, aber es muss schon eine Weile gewesen sein. Ich bedankte mich bei der Frau und packte meine Sachen wieder ein. Für den weiteren Weg bekam ich noch etwas Kuchen mit den sie in Alufolie einwickelte. Wir waren gerade im Flur angekommen als ihr Mann unter einer Türe stand. Er war begeistert und wollte unbedingt, dass ich bis um 13 Uhr blieb, dann gab es Mittagessen. Es war 12 Uhr gewesen. Ich bedankte mich vielmals für die Gastfreundschaft, lehnte jedoch ab da ich weiterlaufen wollte. Der Mann holte sein Geldbeutel hervor, kramte darin kurz herum und gab mir 1,32 € die ich in einer der Opferkassen in der Kathedrale von Santiago lassen sollte. Ich gab ihm mein Versprechen und verstaute das Geld in dem kleinen blauen Beutel in dem ich einige Kopien meiner Dokumente hatte. Ich lief weiter. Ich war gerade vor dem Tor ankommen durch das ich gehen musste. Dann hatte ich das Grundstück verlassen. Als ich mich nochmal umblickte sah ich den Hund hinter mir der leicht kürte. Da war sie wieder die mentale Einstellung der spanischen Hunde. Knurren, bellen und doch Angst haben.

 

 

 

Die Einladung auf ein Café und Kuchen.

 

 

 

 

 

Die 1,32 € die ich bekommen habe. Um das selbe Geld bei der Ankunft in der Kathedrale zu verwenden, habe ich es in den blauen Beutel getan. Dort war es sicher aufgehoben.

 

 








Unterwegs überquere ich diese alte Brücke.














Schilder, Wegemarkierungen und andere Hinterlassenschaften.

 


Die letzte Herberge an der Küste lag direkt an den Steilklippen. In Tapia. Der Anblick war einfach genial. Ich wusste das schon zuvor und hatte meine Routen der letzten beiden Tage danach gerichtet diesen Ort zu erreichen. Bei meiner Ankunft war ich noch etwas zu früh. Ich konnte den Schlüssel bei der Touristeninfo noch nicht abholen. Es war noch Siesta. Ich verweilte etwas in der kleinen Stadt, lief durch die Straßen und Gassen hinab zum Hafen. In einem Café surfte ich durch die visuelle Welt. Bei meiner Ankunft mit dem Schlüssel in der Herberge ließ ich dort den Rucksack zurück und lief auf die Insel die mit einer kleinen Zunge mit dem Festland verbunden ist. Zuvor war der Wasserstand noch zu hoch und die Ebbe noch nicht weit genug vorangeschritten. Jetzt konnte ich über die Steine und Felsen auf die kleine Insel klettern und über den Ozean, das Festland und auch zurück zur Herberge blicken.

 

 

 

Blick von der Herberge auf die Insel. Die Ebbe war ausreichend genug vorangeschritten um zur Insel in der Bildmitte zu kommen.

 

 

 

 

 

Am nächsten Morgen war die Flut gerade wieder am kommen, hatte aber den Höchststand noch nicht erreicht.

 

 

 

 






 

Die Blicke von der Insel auf die raue See.

 

 

 

 



 

Zurück in der Herberge bereitete ich mir mit dem Koche eine warme Mahlzeit zu.

 

 

 



 

Später lief ich nochmal durch die Straßen von Tapia.

 

 

 

Auf den letzten Kilometer lief ich nochmal auf einer Kasper Route.

 

 

 

 

Der letzte Strand, die letzte Bucht nach knappe 600 Kilometer.

 

 

 

 

 

Ich überquerte die Brücke und fand mich dann in Galizien wieder. Der letzten Provinz.

 

 

 

 

 

Ab hier wird der Weg offiziell Camino de la Norte genannt, nicht mehr Camino del Norte. Ich folgte im weiter. Es war nicht mehr allzu weit bis nach Santiago. Nur noch wenige Tage trennten mich bis zu meiner Ankunft vor der Kathedrale am Praza do Obradoiro.

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