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Der Abschied in Santiago



Drei Tage bevor ich Santiago erreichte meldete ich mich bei Georges per Telefon um zu fragen wie es ihm auf dem Camino Primitive geht. Ich war ganz erstaunt als er meinte er würde in ca. zwei Tagen in Santiago sein. Ehrlich gesagt dachte ich er wäre schon dort und sogar schon weiter auf der portugiesischen Route nach Porto. Während unserer gemeinsamen Zeit habe ich im davon berichtet, von den Erzählungen und Erinnerung die ich vor drei Jahren auf diesem Weg gemacht hatte. Er war begeistert und wollte den Weg unbedingt gehen. Er hatte noch etwa knappe zwei Wochen Zeit dafür bevor sein Rückflug nach Frankreich ging.

Nun er war zu mindestens gleich überrascht wie ich, da er dachte ich und George Eduard wären noch nicht soweit. Wir verabredeten uns für 19.15 Uhr am Dienstagabend, dem Tag nach Georges Ankunft. George Eduard und ich sind um 15 Uhr an der Kathedrale angekommen. Momentan sind Restaurierungsarbeiten an der Kathedrale im Gang. Der Stein des linken Turms ist bereits gereinigt und wirkt jetzt ganz anders als der dunkle, von der Witterung gezeichnetem restlichen Stein. Momentan ist der rechte Turm eingerüstet, was etwa komisch aussieht, vor allem mit dem blauen Netz, dass zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen angebracht wurde. Anschließend holten wir unsere Compostela im neuen Pilgerbüro ab. Wie ich feststellte, hatte sich in den letzten drei Jahren einiges verändert. Wir übernachtete auch diesmal in unterschiedlichen Unterkünfte, Georges Eduard wie gewohnt in einer Pension und ich im „Roots and Boots“ Hostel.

Wir verabredeten uns wie mit Georges abgemacht um kurz nach 19 Uhr vor dem Eingang der Kathedrale. Durch die Restaurierungsarbeiten war das Gloria Portal ebenfalls geschlossen. Wir trafen uns am Südlichen Eingang.

Ich erledigte im Hosten die üblichen anstehenden Sachen, duschen, Wäsche waschen und etwas ausruhen. Dann lief ich noch etwas durch die mir bekannten Gassen. Dabei regnete es leicht. Auch als ich dem Karnevalumzug kurz zuschaut. Anschließend lief ich zum Treffpunkt an der Kathedrale. Ich war früh dran und lief etwas aufgeregt hin und her, denn lief ich um die Ecke zur Rückseite wo sich auch die heilige Pforte befindet. Genau in diesem Moment als ich um die Ecke lief stand Georges vor mir und wir liefen uns buchstäblich in die Arme. Er war guter Dinge und freute sich ebenfalls mich zu sehen. Wir begannen mit Georges Eduard der nur wenige Minuten später Eintraf mit der Planung unseres letzten gemeinsamen abends.

Zuerst gingen wir in die Kathedrale, schauten von der großen Jakobsstatue hinter dem Altar auf der eine Hand von jedem von uns kurz ruhte über das Hauptschiff. Anschließend liefen wir hinab in die Grabkammer, die wir von dem kleinen Durchgang aus sehen konnten. Georges lies eine zwei Euro Münze in die Donativo Box fallen. Ich musste dabei alles mit seinem I Pad für seinem Freund dokumentieren von dem die Münzer stammte. Vier Lichter gingen anschließend an. Ich erfüllte mein Versprechen das ich dem Mann in den letzten Tagen an der Küste gab einen Tag später. Ohne Dokumentation aber in Gedanken an ihn. Für ihn gingen komischerweise drei Lichter an. Eines kostet 50 Cent. Ich hatte 1,32 Euro. Anschließend nahmen wir an der Messe teil. Sie war auf diesem Camino die einzige für mich.

Am Ende, als wir die Kathedrale gerade verlassen wollten sah ich einen Italiener wieder den ich am Abend zuvor in der Herberge von Pedrouzo kennengelernt hatte. Es war verrückt, denn auch sein Name war Georges. Dreimal Georges und einmal Michael. Dennoch schaffen wir es den ganzen Abend uns nicht zu verwechseln.

Als erstes sind wir nach der Messe in eine Bar die Georges vorschlug. Dort gab es zum Aperitif einen Liter Sangria, der frisch zusammen gemixt wurde. Anschließend gingen wir in ein Restaurant und speisten sehr gut. Galizischen Suppe, Pulpo (Oktopus) mit Kartoffeln und zum Dessert Eis. Dazu hatten wir nochmal einen Liter Sangria und Hauswein. Gegen 22 Uhr sind wir dann von einer Bar zur nächsten gezogen. Ich konnte Georges meinen geliebten Cuba Liner testen lassen. Ich war ganz verwundert das er ihn nicht kannte. Um halb fünf war ich an diesem Morgen zurück im Hostel, doch das spielte keine Rolle denn wir waren angekommen in Santiago.










 

Karnevalumzug in den Straßen von Santiago.

 

 

 

 

 



In dieser Truhe ruhen die angeblich letzten Überreste des Jakobus.

 

 

 

 

 


 

Bei der Messe in der Kathedrale.

 

 

 

 

 


 

Der Sangria wir frisch gemixt und war genial.

 

 

 

 


 

Wir stoßen auf unseren bereits gegangenen Weg an.

 

 

 


 




Im Restaurant beim Hauptgang Pulpo.

 

 

 

 




Der Abend bzw. Nacht geht vor Georges Hostel zu Ende. Ab jetzt geht jeder wieder seinen Weg.

 




 

Ich blieb eine ganze Weile dort. 6 Tage. Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen in Santiago erst zu entscheiden wie es weitergehen würde, aber bereits an der Küste habe ich mir ernsthafte Gedanken diesbezüglich gemacht. Ich wollte weitergehen, weiter Laufen und so habe ich mich dazu entschlossen einige Zeit der Via de la Plata zu folgen. Nur einen Teil, den die 1000 Kilometer sind diesmal zeitlich nicht möglich zu schaffen. Ich werde wiederkommen.

In den sechs Tagen in Santiago hatte es mehr oder wenig durchgeregnet. Ich war froh das wir es noch bis zum großen Schütten zur Kathedrale schafften.

 

 

 


 

 

Wenige Male hörte es ganz kurz auf zu regnen. So auch bei meinem Besuch im Pilgermuseum. Blick vom dritten Stock auf den Glockenturm.

 

 



 




Blick auf die Kathedrale nur wenige Minuten später vom selben Ort.

 

 



 

Erst suchte ich nach möglichen Zug- bzw. Busrouten in den Süden. Zum Schluss habe ich einen Flug gebucht der um einiges günstiger war als die anderen beiden Varianten. Am Montagmorgen war es dann endlich so weit, denn im Süden schien die Sonne und auch für die kommende Woche sah es danach aus. Ich sehnte mich nach Sonne und blauem Himmel. Außerdem waren die Temperaturen deutlich höher und ich wollte unbedingt weiterlaufen.


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