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Au Revoir

Wir liefen bereits schon einige Kilometer. Eigentlich wäre es schon längst Zeit für Mittag gewesen. Wir hatten bisher nur einmal gestoppt. Ich musste dringend auf eine Toilette. Wir gingen in eine Bar und bestellten ein Estrella Galizia. Das beste Bier in ganz Spanien. In der Bar probierte ich von dem Sidra, der in Asturien so berühmt ist. Vor allem die Art ihn in einzuschenken. Die Flasche wird über dem Kopf gehalten. Das Glas wir so weit bis zum Boden gestreckt wie es die Armlänge erlaubt. Somit wird ein besseres Aroma des Apfelwein erzeugt. Mehr Sauerstoff mischt sich unter. Der Sidra muss sofort getrunken werden. Es werden nur wenig eingeschenkt. Georges warnte mich mehrere Male, auch die Tage zuvor es nicht zu trinken. Es würde nicht schmecken. Dennoch wollte ich es selbst probieren. Nun ich muss sagen, dass ich es nicht wirklich vermissen werde.

Wir liefen bereits wieder, noch immer auf der Suche nach einer Straße die uns zum Ozean bringen sollte. Wir waren dabei in Gespräche vertieft und irgendwann meinte ich zu Georges, dass wir bestimmt schon zu weit gelaufen sind und den Abzweig verpassten. Da wir mittlerweile etwas langsamer liefen, immer wieder versuchten uns an unseren Karten zu orientierten, wurden wir von eine Gruppe Jugendlicher die wir zuvor überholten eingeholt. Bei der Gelegenheit fragten wir nach dem Weg zum Strand. Es stellte sich heraus, dass sie ebenfalls wie wir nicht von hier kamen. Sie waren aus der asturischen Hauptstadt Oviedo. Da sie den Weg nicht wussten fragten sie einen älteren Herrn den sie in seinem Auto kommend anhielten. Sie berichteten uns von einem Seil mit dem Mann zum Strand kommen würde. Georges und ich stimmten ein den Stand aufzusuchen. Nur wenige hunderte Meter trennten uns von diesem Abenteuer.

 

 

 

Das letzte Stück zum Strand führte etwas steiler hinab. Ein Seil half dabei hinunter und wieder herauf zu kommen.

 

 





Es war ein sehr warmer Tag, an dem die Sonne schien. Der Strand war durch die tief stehende Sonne und die Klippen im Schatten. Wir waren die einzigen dort unten.

 

 

Es war spät als wir in Ribadesella ankamen. Wir überquerten den Fluss, um zur öffentlichen Jugendherberge zu kommen. Soweit ich informiert war sollte sie offen sein. War sie jedoch nicht. Wir versuchten jemand unter den angegebenen Nummern zu erreichten, endeten aber erfolglos. Es war mittlerweile dunkel als wir über die Brücke zurück in den anderen Teil des Orts indem wir zuvor ankamen liefen. Wir fragten in einem Hotel. Für 20 Euro bekamen wir pro Person ein Doppelzimmer das das bisher komfortabelste war.

 





 

Im Hafen von Ribadesella.

 

 


 

Blick auf Ribadesella von unterwegs zur Kapelle auf einer Anhöhe.

 

 


 

Ruderer im Mündungsgebiet.

 

 








Am Abend sind wir etwas durch die Gassen gelaufen. Wir stoppten in einer Bar für Calamaris und Estrella.

 

 

Beim Aufbruch am nächsten Morgen war der Himmel spektakulär bewölkt. Es sah gewaltige nach Regen aus. Dennoch blieb es einen weiteren Tag trocken. Es war der achte Tag ohne nennenswerten Regen. Wenn dann nieselte es nur ganz fein und nur wenige Minuten. Das war okay. Wir sahen beim Verlassen von Ribadesella ein Schild das auf eine Küstenroute hinwies. Georges wollte diese unbedingt gehen. Es stellte sich als eine Route entlang auf einer asphaltierten Straße heraus die mit knappen 200 Höhenmeter auf einem Bergrücken entlangführte. In der Ferne sahen wir den Ozean. Wir suchten nach den gelben Pfeilen und fanden diese bald darauf auf Mauern, an Hauswänden und Verkehrsschilder. Wir waren also zurück auf dem Camino, der uns bergab zu dem kleinen Küstenort Vegas führte. Wir liefen durch eine schmale Gasse die von Steinhäuser gesäumt war. Uns kamen zwei Personen entgegen denen es offensichtlich kalt war. Beide liefen dennoch Barfuß und sahen sehr nass aus. Die beiden waren im Atlantik schwimmen und luden uns auf eine Tasse Tee ein. Georges schaute mich fragend an. Ich sagte zu und wir liefen einen kurzen Abschnitt des zuvor gegangenen Wegs durch den Ort zurück. Die beiden waren ein Schweizer Paar aus dem Genfer Kanton. Sie sprachen nur wenige Worte englisch. Georges aber perfekt französisch da er ja Franzosen ist. Die beiden philosophieren eine ganze Weile miteinander. Ich verstand keine Details, konnte jedoch dem Verlauf etwas folgen. Ich spreche kein französische.

 

 



 

Bei unserem kurzen Gastgeber im Garten in einem Pavillon.

 

 



Von diesem Advocadobaum habe ich eine gepflügt. Die war noch zu hard um sie gleich zu essen.








Restaurant an der Küste in Vegas. Ob es hier wohl Fisch gibt?

 

 

Am Abend erreichten wir La Isla. Ich hatte zuvor am Abend bei Angelita angerufen bei der wir die Registrierung durchführten und den Schlüssel zur Pilgerherberg bekamen. Die Dame war bereits 78 Jahre und lebte soweit wir das sehen konnten alleine. Sie erzählte uns, dass es ein kleines Lebensmittelgeschäft geben würde, bei dem man jedoch auf das Haltbarkeitsdatum achten sollte. Kurzum lief sie in ihrer Küche umher In der wir standen und brachte lauter Lebensmittel zusammen. Wir verneinten, hatten aber Schluss endlich keine andere Chance als die Sachen anzunehmen. Wir bekamen eine Flasche Wein, eine riesen Zwiebel, Speck, vier riesige Tomaten, Spagetti, vier Einer, zwei Birnen, zwei Äpfel, zwei Bananen und zwei Dosen weisen Tunfisch. Natürlich gaben wir ihr etwas. Sie wollte es nicht haben, also legten wir es etwas versteckt auf den Küchentisch. Wir bereiteten uns Spagetti Carbonara zu, hatten Wein, Martini, Brot und Obst als Dessert.

 

 





Wir erreichen La Isla.






 

In der gut ausgestattet Pilgerherberg in La Isla.

 

 


 

Mein Eintrag im Pilgergästebuch in La Isla.

 

 

Am nächsten Morgen war unser gemeinsamer letzter Pilgertag. Schon bei der ersten Begegnung erzählte mir Georges von den Bergen in die er gehen wollte. Am nächsten Morgen nach etwa 2 Kilometer würden sich unsere Wege trennen. Er folgte weiter dem Camino Primitivo, der ebenfalls wie alle Wege nach Santiago führt. Ich folgte weiter dem Verlauf des del Norte.

Georges wollte unbedingt vor 14 Uhr an unserem Etappenziel ankommen um noch fehlende Info in der Touristeninfo einzuholen. Von 14 bis 17 Uhr ist nämlich Siesta.

 




 

Früher Start vor Tagesanbruch in La Isla. Petzel macht’s möglich (Insider unter uns Pilgern.)

 

 

 

Morgenstimmung beim ersten Sonnenlicht.

 

 

 
 

Georges war etwas schneller als ich. Als ich ihn sah war noch nicht 14 Uhr. Trotzdem Siesta für ihn. Er war begeistert als ich ihm die sechs Kiwi zeigte die ich zuvor pflügte. Geschmacklich waren sie wie Zespri aus Neuseeland. Lecker. Wir teilten.

 

 


 

Bereits in Asturien sahen wir die ersten Kornspeicher. Die geschickt gebauten Lagerhäuser sind hier quadratisch und zu meist aus Holz. Sie dienen zum Trocknen des Korns.

 

 

Kurz vor Etappenende stoppten wir, verspeisten den weißen Tunfisch und die Tomaten von Angelita. Georges versuchte bei der Touristeninfo von seinem ersten Etappenziel auf dem Primitivo anzurufen. Er erreichte die Dame und machte einen Termin für den folgenden Tag mit ihr aus. Somit mussten wir nicht die Info in Villaviciosa erreichen. Als wir so dasaßen amüsieren wir uns über Georges Eduard, den wir seit Santander nur einmal sahen. Wo er wohl stecken geblieben ist. Genau in diesem Moment kam er aus der Ferne auf uns zu gelaufen. Wir lachten viel und liefen das letzte Stück der Etappe zusammen. Dort angekommen trafen wir in den Straßen einen spanischen Pilger, der die via de la Plata gelaufen ist und jetzt in entgegen gesetzter Richtung auf dem del Nortel folgte. Wir verweilten kurz und liefen weiter zum zentralen Platz. Dort genehmigten wir uns zwei große Bier.

 

 




 
Pinchos zum Bier.

 


Georges Eduard blieb hier im Ort in einer Pension. Wir tauschten kurz die Mail Adressen aus und Georges und ich liefen die noch weitern 2 Kilometer zur Pilgerherberg. Wir verabredeten uns für 8 Uhr abends in der Stadt. Als wir in der privaten Pilgerherberg in Amandi ankamen erfuhren wir das hier alles auf Spenden Basis funktioniert. Es war eine Küche vorhanden die Georges unbedingt benutzen wollte. Seit Tagen versuchte er in einer Metzgerei Stier zu bekommen. Natürlich nur dann wenn eine Küche vorhanden war, denn er wollte mir unbedingt beweisen wie gut das ist. Aber nur, wenn er es selbst zubereiten könne. Die Küche war vorhanden, vom Besitzer hatten wir die Genehmigung erhalten das ein weiterer Pilger, (Georges Eduard) willkommen sei.

Wir verbrachten den Abend mit dem Besitzer in der Küche der privaten Herberge. Wir bekamen jedoch kein Stier und so kauften wir normales Carne. Dazu hatten wir Reis, Brot Wein und ein spezielles Dessert, dass aus Eigelb und einer karamellisierten Stöße bestand. Proteine mit Zucker.

Am nächsten Morgen liefen wir die letzten zwei Kilometer zusammen und verabschiedeten uns. Was wir bis dahin noch nicht wussten, nur auf bestimmte Zeit.

 







Aufbruch bei Jorge vor seiner neuen Pilgerherberge. Ich war seit der Eröffnung letzten September der 160 Pilger der hier rastete.






Der Camino teilt sich, nach Oviedo auf dem Primitivo, nach Gijón auf dem del Nortel.

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