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Über die Pässe ins Bündner Land

Die ersten fünf Arbeitstage hatte ich hinter mir. Vor der Tür stand das erste Wochenende. Die Vorfreude um etwas zu unternehmen war sehr groß. Ohne lange zu überlegen hatte ich eine Idee.
Im Dezember 2013 habe ich mein Packraft im Wohnzimmer meiner Eltern aus dem Karton ausgepackt. Die Bestellung kam direkt vom Packraft Store. Ich dokumnentierte damals alles mit der Kamera. Einen großen Teil des Vidomaterials habe ich für den Vido Trailer Nordlandtour 2014 verwendet.
Im Sommer des selben Jahres erzählte ich einem Bekannten mit dem ich in Steinach am Bodensee wohnte von dem Packraft das ich mir bestellen wollte. Durch eine Fahrradtour im selben Jahr kam mir der gedanken die Reinschlucht einmal mit dem Raft zu fahren. Ich wusste dass noch einige Zeit bis dorthin vergehen sollte. Bei der damaligen Fahrradtour sind wir mit dem Zug von Chur über den Oberalppass nach Andermatt gefahren. Von dort aus sind wir die Strecke zurück mit dem Bike gefahren. Seinerzeit hatte ich das Enduro dabei und freute mich auf den ersten Abschnitt der mich auf einem technischen schwierigen Singeltrail die ersten hunderte Meter führte. Ich erinnere mich an sonniges Wetter mit grandiosen Aussichten.
Nun ja die Rheinschlucht ist sicher etwas weiter entfernt vom Simmental indem ich zur Zeit bin. Um genau zu sein etwa 220 Kilometer mit dem Auto. Luftlinie sicher weniger. Aber ich bin ja in den Alpen und da gibt es etliche Täler und Pässe. Ich hätte das Wochnende auch hier  in der Nähe verbringen können. Es gibt ausreichend Möglichkeiten um etwas zu unternehmen.  Auch die Simme führte genügend Wasser durch die Schneeschmelze und den vielen Regen der in den letzten Tagen immer wieder gefallen war. Dieses kleine Abenteuer behalte ich mir für einen Abend unter der Woche auf.
Der Wünsch ins Bünder Land zu fahren und die Rheinschlucht zu raften überragte. Am Sammstagmorgen packte ich die Sachen und fuhr in Richtung Interlaken. Das Zelt , Schlafsck, Thermarest und Kocher waren gepackt. Das Raft hat bereits seinen festen Platz im Auto und drei Alben von Angus and Julia Stone lagen auch im Fach  der Fahrrertür. Es konnte als losgehen auf das kleine Abenteuer über die Pässe zu dem kleinen Campingplatz Carrera im Bündner Land.


 
Fallschirmsprringer über Interlaken. Blick Richtung Dreigestrirn.


Ich fuhr vorbei am Thuner See um denn ich auch schon mit dem Rad gefahren bin. Rund herum ragten imposant die Berge empor. Ab 2000 Meter lag noch Schnee. Der erste Abzweig führt ins Frutigen Land , nach Adelboden oder Kandersteg. Die nächste Abfahrt nach Zweilütschienen. Das dreigestiern Eiger, Mönch und Jungfrau domieren am Horizont, ein gigantisches mit Schnee und Eis bedecktes Felsmassiv. Atemraubend imposant und gewaltig mächtig.
Ich hatte zwei Möglichkeiten um nach Andermatt zu gelangen. Entweder über den Sustenpass oder den Grimsel und Furkapass. Ich entschied mich bei der Hinfahrt für den Sustenpass. Auf der Rückfahrt wollte ich die anderen beiden Pässe nehmen. Nur kurz nach der Aareschlucht zweigt sich die Starße. Nun stieg sie stetig an. Zu Beginn durch bewaldetes Gebiet. Immer mehr Felswände ragten um mich herum empor und die ersten Sepentienen fürten hinauf bis zum Alpin Zentrum Steingletscher. Dort stellte ich das Auto ab, zog die Bergschuhe an und lief bis zum Fuße des Gletschers.


     

Blick zurück in Sustental.  Zu Fuß zum Steingletscher. Um an den großen Felswänden zu klettern fängt man klein an. Kletterkurs im Vordergrund.



   
 
Steinglatscher. Schmelzwasserer des Gletschers. Sieht isländisch aus ist aber schweizer Eis. Immer gesichter und mit ausreichend Abstand. Geführte Gletschertouren.



   
 
Auch am Steingletscher war Sid unterwegs. ob er wohl fündig geworden ist? Stark erodierter Fels im Kontrast. Im Hintergrund Stein See. Zu Fuß entlang am Gletscherwasser. Schneeschmelzwasser.



 
 
Spektakuläre Abschnitte hinauf zum Pass. Die Passstraßen sind beliebt bei Motoradfahrer. Auf dem Sustenpass. Blick vom Pass Richtung Wassen.


Gegen Nachmittag gehrte ich zum Auto zurück, fuhr die letzten Höhenmeter bis zum Pass um gleich darauf hinab nach Wassen zu fahren. Dort erfuhr ich, dass die Durchgangsatraße über Göschenen nach Andermatt gespert war. Grund hierfür war Steinschlag. Nun Ja mir blieb nichts anderes übrig als durch den Gotthard Tunnel zu fahren und anschließend über den gleichnamigen Pass nach Andermatt zu fahren. So läuft das in den Alpen. Als ich kurz nach Wassen auf die Zufahrtstraße zum Tunnel fahren wollte, sah ich mitten auf der Straße ein Motorrad um 180 Grad auf dem Kopf gedreht auf der Straße stehen.Es stand nur auf dem Sitz und dem Lenker auf dem Asphalt. Der Fahrer lag regungsloß umgeben von mehreren Menschen am Straßenrand der Kreuzung. Der Fahrer des Fahrzeugs vor mir hielt an um Nachzufragen ob Hilfe benötig wird. Auch die anderen waren machtlos und warteten auf den Notartz  und Krankenwagen die mir nur weniger Minuten später entgegen kam. Der Motorradfahrer musste seitlich frontal auf die Beifahrerseite des PKw geprallt sein. Durch die riesige Delle in den beiden Türen und die ausgelösten Airbags hinter den zersplitterten Scheiben ging ich davon aus.
Knapp 17 Kilometer Tunnelfahrt ohne Stau lagen hinter mir als ich im Tesin in Arola ankam.
Ich war etwas verwundert als ich den Schriftzug hinter Gottthard Pass mit rotem Hintergrund  "Pass geschlossen" las. Es war surreal, Ich wolte es nicht glauben und so lief ich durch die Menschenlehre Straße um Personen hierzu zu fragen. Ich sprach mit einem älteren Mann der mir jedoch nur auf italienisch antwortete. Ich war ja im Tesin und anhnand seiner Handbewegungen verstand ich dass dort oben ebenfalls die Straße von herabgestürtzten Steinen verschüttet war. Steinschlag Nummer zwei. Auch hier kein Durchkomen möglich. Ich brauchte einen kurzen Moment und dachte kurz darüber nach dass mir das vergnügen Reihnschlucht verwehrt bleiben sollte. Es gab aber noch weitere Möglichkeit nach Chur zu gelangen. Entweder zurück durch den Tunnel in Richtung Vierwaldstetter See und von dort nach Chur oder eben über den St. Bernardino.  Ich fuhr also Richtung Süden. Richtung Bellinzona, Richtung Luganer See, also  Richtung Wärme und Sonne. Was mich jedoch erwartete waren Wolken und Regen aber dennoch Wärme.



 
Nach dem ich erfahren hatte dass die Pässe geschloßen sind gab es ein Rivella und Maxibon im Tesin. auf dem Weg zum St. Bernardino.


Gegen halb neun beendete ich meine Pässe Tour für diesen Abend und stellte mein Zelt auf dem kleinen sehr schönen Zeltplatz Carrera auf. Zwei Kajakfahrer aus der Schweiz und ein Belgier mit seinem Koga Worldtravler Rad waren dort aufzufinden. Die beiden Kajakfahrer, ein Guide und ein Schüler berichteten mir von der Rheinschlucht die sie vor zwei Tagen gefahren sind. Durch den vielen Regen und die andauernde Schneeschmelze in den Bergen führte der junge Rhein sehr viel Wasser. Deutlich mehr als z.B. im August. Raf, der Reiseradler  war unterwegs auf einer Europa Tour, gestartet in Belgien fuhr er durch Frankreich, die Schweiz und ÖSterreich nach Prag und Berlin zurück zu seinem Startort. Ca. 6000 Kilometer insgesamt. 3000 er-fuhr  er bereits. Er erzählte mir: It´s something I always wanted to do. And now I´m right in the middel of it. By the time I grow old I would not tell myself you should have done it. I like to tell i did it. Erfahrungen und Erlebnisse die man nicht bereuen wird egal welchen Ursprung sie haben. Egal ob es mit Reisen in die Ferne zu tun haben möchte oder eben auch etwas ganz anderes.




 
 
Camping Carrera. Zeltplatz. Das Raft bereit machen und Rucksack packen.



Am folgenden Vormittag stellte ich das Auto in Valendas am Bahnhof ab. Ich lief über die Brücke und hatte den ersten Blick in die Schlucht. Eigentlich wirkte der erste Blick nicht wirklich als ob ich in einer Schlucht wäre. Diese solte erst ein Stück Fluß abwärts beginnen. Das gräuliche Wasser floß sehr schnell. Bisher bin ich noch kein so schnell fließendes Gewässer gefahren. Obwohl es mir schon ein bischen mulmig war hatte ich keine Angst aber eine gesunde Portion Respekt vor dem was vor mir lag. Im Prinzip war es in Anführungstrichen nur ein breiter Fluß. Was in aber etwas unberrechenbar machte waren die unglaublichen Wassermassen und der schnelle Fluss des Wassers.



   
 
Ausgangspunkt, Bahnhof Valendas. Packraft klar im Vorteil, klein, handlich und leicht. Der erste Abschnitt lege ich zu Fuß zurück. Blick in die Rheinschlucht.



   
 

Beim Einstieg an einem kleinen Steinstrand. Unterwegs in den stark erodierten Hängen. Blick auf den Rhein. Ganz unten links ist das Raft zu sehen.



Die Landschaft durch die ich fuhr war sehr schön und wild, steil abfahlende bewaldete Hänge umgeben von den bizarren Steinformationen. Ab und zu sah ich den Glacier Express der auf der Bahntrasse fuhr.
Leider fing es nach etwas weniger als der halben Strecke an zu regnen. Der Regen nahm immer mehr zu und hielt  bis zur Mündung in den Vorderhein bei Reichenau Tamins an.
Ich hatte mehrer Stromschnellen zwischen 2 und 3. Nur bei einer Walze währe ich fast unfreiwillig ausgestiegen. Ich hatte gefährliche  Schräglage, hing extrem weit hinten links, konnte mich aber mit dem Paddel zurückziehen. Auch die Kehrwasser waren sehr Stark und ich musste dort besonders aufpassen nicht zu kenntern. Die Wassermassen waren wirklich sehr extrem für das kleine Raft.


Stärkerer Fluss durch die andauernde Schneeschmelze und den Regen




 
Am Ende der Tour. Nass von oben nicht von unten geworden. Der Zusammenfluss bei Reichenau Tamins.



 
  

Mt dem Zug von Reichenau Tamins zurück nach Valendas mit ständigem Blick der zuvor gerafteten Strecke.




Am Frühen Abend fuhr ich zurück über den Oberalppass nach Andermatt und über den Furkapass und anschließend über den letzten Pass meiner Pässe Tour. Den Grimsel Pass. Gegen 23. 30 war ich am Sonnntag zurück im oberen Simmental.



 
Auf dem Oberalppass. Blick nach Andermatt und Realp.



   
 
 
 
Blick vom Furkahotel zum Oberalppass. Auf dem Furkapass beginnnt das Wallis. Blick Richtung Berner Alpen mit dem höchste Berg Finsterahorn 4274 Meter. Blick hinab nach Gletsch. Bildmitte die Auffahrt zum Grimsel Pass. Der Pass selbst ist wolkenverhangen. Hotel Belverdere am Furka. Glat geschliffener Fels am Rhone Gletscher.


 

Auf dem Grimsel Pass. Von Innertkirchen zieht dichter Nebel auf. Der obere der beiden Stauseen.
 




Fünf Tage bis zum nächsten Abenteuer. Wenn es das Wetter zuläst möchte ich am kommenden Wochenende vom Sannenland aus auf den Giferspitz zum Lauenhorn. Von dort zum Trüttlisbergpass. Dort oben pfeifen die Murmeltiere und die Aussicht ist gigantisch. Bisher war ich dort nur mit dem Bike auf den besonders schönen flüssig flowigen Trails. Zurück möchte ich über das Wistetthorn zum Ausgangspunkt. Wenn man sehr früh aufbricht ist es möglich die Tour an einem Tag durchzuführen. Warum aber nicht in zwei Tagen mit Übernachtung in den Bergen im Zelt.




 

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