-->
Kontakt Guestbook
Meine Webseite

Unterwegs im Rif Gebirge

Die viel befahrene Nationalstraße nach Chefchaouen stieg immer wieder an. Autofahrer Hupten und fuhren langsam aber nahe an mir vorbei. Immer wieder war ich damit beschäftigt Menschen zu grüßen, die vom Straßenrand  winkten oder riefen.  Meist Frauen oder Kinder, manchmal auch Männer ritten auf Maultieren langsam am Straßenrand entlang.

In Chefchaouen blieb ich einen Tag lang. Die Stadt liegt am Fuße eines großen Bergmassivs.  Dem Tor zum Rif Gebirge. Als ich mein Rad durch die Medina schob, wurde ich von allen Seiten angesprochen“ Mister I know a cheap Hotel, what do you like to see, want to go to Hotel Mauritania?” –Ja dachte ich mir- genau das war der Ort den ich suchte, wollte vom Dienst des Hustlers jedoch kein Gebrauch machen. Nach einer Weile fand ich es selbst.

Am schönsten ist die Medina selbst, hellblau gestrichene Fassaden mit Weiß. Dazu Terrakottafarbige Ziegeln aus der Zeit der Spanier (Andalusien). Ich bummelte durch die Gassen um einen ersten Eindruck zu bekommen was da noch alles auf mich zukommen wird. Zum Nachmittag stoppte ich auf einen Tee. Frische Minze mit Zucker.

Ich verließ die Stadt, passierte eine Polizeikontrolle wie sie nach und vor den Ortschaften üblich ist und bog nach gut 10 Kilometer in eine Seitenstraße nach El Melha ab.

Nun befand ich mich mitten in den Rif Mountains, auch bekannt als größter Kif (Haschisch) Produktion der Welt. Alleine hier wird 42% des  weltweiten Bedarfs hergestellt. Es wird ausdrücklich davor gewarnt sich in Ketama über die Nacht aufzuhalten. Nicht nur deswegen auch wegen des weniger vorkommenden Verkehrs und des deutlich höherem Abenteuerfaktors entschied ich mich für die drei Tage lange Fahrt über Berge durch Täler und über Berge…

Die Straßen waren hier in deutlich schlechterem Zustand, immer wieder Schlaglöcher auf der Fahrbahn zwängten mich zum Abbremsen. Hoffentlich reicht das eine paar Ersatz Beläge- dachte ich mir. Immerhin überquerte ich das erste Gebirge und etliche standen mir noch bevor.

Die drei Tage über passierte ich keine wirklichen Städte. Dörfer schmiegten sich an die Berghänge, deren Häuser einfach gebaut waren. Einige aus Stein und Holzdächern. Dazwischen Folie um sie Wasserdicht zu machen. Ziegen, Scharfe, Kühe, Hühner und Hunde liefen umher. Anders als in Spanien bellten nur zwei oder drei Hunde.

Ich war an meinem zweiten Tag noch nicht allzu lange unterwegs als ich wieder zum Anhalten gewinkt wurde. Die vier Männer standen vor einer Baustelle. Eine neue Mosche wird gebaut, „die alte ist nicht mehr gut“. Bei einem Tee und Gebäck erzählte mir einer in stark gebrochenem Englisch von der traditionellen  Bauweise. Der Zement, der zuvor auf dem Boden mit Wasser vermischt wurde beförderte ein Mann mit dem Kellen Wurf an die gemauerte krumme Wand. Anschließend wurde mit einer 50 cm langen Dachlatte glatt und eben gezogen. Die anderen drei schauten dabei zu und unterhielten sich. Selbst der Pfarrer half und bereitete den frischen Tee zu. Drei  Jahre wurde für die Bauzeit veranschlagt. Mir kam das ein bisschen lange vor doch auch nach dem wiederholten Nachfragen lautete es noch immer drei Jahre. Da muss wohl noch viel Minze angebaut werden.

Am letzten Tag im Rif Gebirge war der Himmel noch immer Wolkenbehangen. Am Abend zuvor zog er zu und über die Nacht regnete es. Erst gegen halb elf war ich unterwegs nachdem das Zelt einigermaßen getrocknet war. Die größten Anstiege hatte ich hinter mir und die Landschaft wurde wieder etwas flacher. Auf den Hügeln wurde Getreide angebaut. Hafer und Weizen wurde mit der Hand gesät und geerntet. Nur auf einem kleinen Teilstück meiner Strecke sah ich Maschinen die die Arbeiten erledigte. Ich bin mir jedoch sicher dass in flacheren Regionen ebenfalls Maschinen benutzt werden.

Immer wieder zog ich meine Regenjacke an und eine halbe Stunde später wieder aus. Zwei drei Mal kamen die Schauer so heftig das ich mich unter Olivenbäume unterstellte. Nach einer Einladung zum Café (oh wie der gut tat) neben einem kleinen Laden fuhr ich die letzten Kilometer bis nach Fes.

Ca. zehn Kilometer vor der Stadt, ich war noch auf dem Land unterwegs fuhr Mohamed eine Weile neben mir her. Er sprach kein Englisch und ich kein Französisch. Ich dachte mir nichts als er nach einem Telefon fragte. Ich antwortete mit nein, da ich ja keine SIM Karte für Afrika hatte. Nach einer Weile sagte er mit Gestik das er auch nach Fes fahre“ Marathon“. Immer wieder flog im die Kette von den Zahnblättern und er war zum Anhalten gezwungen. Nur noch seine Vorderbremse funktionierte. Ich konnte nicht erkennen was er da für ein Rad fuhr nur mehrere Yamaha Sticker in Übergröße fielen mir sofort auf die auf seinem Rahmen klebten. Ich wartete ab und zu bis er wieder kam. Er fragte mich ob ich eine Limonade, ein Café oder in ein Restaurant in Fes möchte. Aus Gewohnheit des Absagens sagte ich abermals „no“. Als er nur ein paar Minuten später nach einem Hotel fragte war ich verblüfft die Menschen jetzt schon auf dem Land anzutreffen die es auf das Geld der Europäer abgesehen hatten. Ich fand es schade aber die Menschen hier wissen wie sie zu Geld kommen können. Ich entschloss mich nicht mehr zu warten wenn Mohamed die Kette runter viel. Eine viertel Stunde später sah ich ihn nicht mehr hinter mir. Was mir blieb war das Erinnerungsfoto von  ihm.

Fes war dann noch extremer als Tangier und Chefchaouen zusammen.  Einer versuchte es doch glatt eine viertel Stunde lange mir alles anzudrehen und mir alles zu erzählen obwohl ich im absolut keine Aufmerksamkeit schenkte. Zum Schluss beschimpfte er mich noch und las dann endlich ab. Die 1 Million Einwohnerstadt ist ein wahres Paradies und mit einer unglaublich verzweigten Medina in der man sich wirklich leicht verirrt. Ich schob das Rad für gut 1,5 Stunden durch die Stadt, mal bergauf, mal bergab, mal stufen runter und dann wieder hoch. Ich war verloren so schien es mir. Ein gutes hatte es jedoch, mir war klar dass ich hier nur die Nacht verbringen werde und morgen wieder weiter fahre auch wenn es sich doch lohnen würde zu bleiben. Ich sah somit schon einiges.

Fast am Verzweifeln fand ich dann doch noch die Pension. Nach einer Dusche lief ich wieder durch die überfüllten Gassen, schaute und fotografierte. Seit Tagen sah ich wieder einiger nicht Afrikaner wo auch immer sie herkamen. Mit mehreren Franzosen kam ich ins Gespräch. Zu sehen gab es alles, kunter bunt, Groß und Klein und natürlich laut. Schuhe, Gewänder, alle Art von Schmuck, DVD´s CD´s, Bücher, Essen trocken und frisch und etlicher Kram. Am Abend kehrte ich mit frischem Ziegenkäse, Brot und Waser zurück in die Pension…



                                      


Zurück nach oben






Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Dein Name:
Deine E-Mail-Adresse:
Deine Homepage:
Deine Nachricht: