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Bis zum rande der Sahara

Nachdem ich nun die Rif Mountains hinter mir lies lag vor mir der mittlere Atlas. In Fes fand ich noch einen Carfour market in dem ich mich reichlich mit Lebensmittel eindeckte die in den kleinen Meditel Shops nicht zu bekommen waren. So auch französischer Brie, der entlang meines Pilgerwegs ein hungerstillender Begleiter war. Auf Landstraßen und das letzte Stück fuhr ich auf der Nationalstraße nach Kenifra. Kurz danach bog ich auf eine schmale Landstraße in Richtung des ersten Pass ab,  den ich überquerte.

Die Straßen waren anfangs noch in gutem Zustand, nur wenige Schlaglöcher. Am Abend schlug ich mein Zelt oberhalb der Straße neben abgeernteten Haferfeldern auf. Vor mir erhob sich ein Berg deren Erde rot war und einzelne grüne Büsche wuchsen. Im Hintergrund grün bewachsene Berge und das Bergdorf El Kebab.

Am nächsten Morgen erreichte ich ein kleines Dorf. Beim Einfahren riefen und winkten mir die Kinder der Schule zu. Im Ort stelle ich mein Rad ab und bestellte ein Tee. Dabei verfolgte ich das Geschehen. Als ich eine Weile später losfuhr liefen Kinder hinter mir her. Einer fuhr mit dem Rad. Als ich stoppte wurde das Rad begutachtet, die Schalthebel gedrückt, die Bremshebel gezogen, die Speichen und Reifen angeschaut aber wohl am interessantesten war die Federgabel und die zwei kleinen Taschen meiner Lenkertasche. In einer war der MP3 Player, in der anderen der Trageriemen für die Lenkertasche. Die Erwachsenen  die vorbei liefen stoppten und kamen ebenfalls näher.

Gegen Nachmittag ich war nur noch wenige Meter vom Pass entfernt hörte ich ein Klacken was sich nicht gut anhörte. Beim Nachschauen bestätigte sich mein Verdacht. Eine Speiche war gebrochen. Es war die bisher zweite. Paolo half mir damals zwei Tage bevor wir Barcelona erreichten die erste Speiche zu wechseln. Nun war ich ohne Werkzeug auf mich alleine gestellt. Mir kamen die Gedanken in den Sinn als ich vor gut zwei Jahren auf Tasmanien mit mehreren  Speichen Brüche unterwegs war und es mir kurz vor Hobart den Freilauf zerrisse. Es war jedoch befriedigend dass es jetzt nur eine Speiche war und die 8 der Felge war nur minimal. -Kein Grund zur Sorge-, dachte ich mir.

Auf dem Pass kam ich mit Nabil ins Gespräch, der wie ich an der Frischwasserquelle seine Wasserflasche füllte und Pause machte. Er war auf dem Weg nach Meknes um dort ein technisches Problem bei der Post zu beheben. Er sprach gut Englisch und erzählte mir von der Gegend. Nach einer gefühlten Ewigkeit gab er mir noch eine gute Hand voll Datteln bevor er sich auf den Weg machte.

Vor mir erhob sich nun das Gebirge des hohen Atlas. In den schattigen Seitentälern der bis zu 3500 Meter hohen Berge lag noch Schnee vom letzten Winter. Ich fuhr leicht Bergab auf der Hochebene. Die Landschaft änderte sich abrupt, Auf der Ebene die bis weit in die Ferne zum Bergmassiv des Hohen Atlas reichte wuchs Grass. In einigen Hundert Meter Entfernung standen zwei braune Berberzelte unweit von einander entfernt. Daneben grasten Kühe. Kein Mensch war zu sehen.

Ein zwei Stunden später änderte sich die Landschaft abermals, das üppige Grün von zuvor war verschwunden und eine Steinwüste dominierte jetzt das Landschaftsbild. Ich hatte den äußersten Rand der Sahara erreicht. Am Abend schlug ich das erste Mal mein Zelt in der Wüstenlandschaft auf mit Blick auf den hohen Atlas.

Die nächsten Tage fuhr ich vorbei an Wüstenebenen, mit vereinzelten Table- Top- Mountains in der Ferne. Seit dem ich ihn Marokko war fuhren die ersten Camper Vans an mir vorbei. Franzosen und Holländer die mir die Daumen drücken und ich vor lauter Freude winkend zurück grüßte und umso schneller in die Pedale trat.

In Midelt stoppte ich, nahm mir ein Zimmer für 60 Dirham (etwas weniger als 6 Euro), lud die Akkus, stärkte mich mit Salat und Huhn und lief durch die Straßen. Auch hier blieb ich natürlich nicht lange unerkannt und so wurden mir schon bald die ersten Fossilien und andere Dinge unter die Nase gehalten. Dankend lehnte ich ab was deutlich gut funktionierte, anders als in Fes oder den anderen Städten zuvor. Ich dachte zurück was Nabil mir erzählte. „Die Menschen nach dem mittleren Atlas sind freundlicher und offener als dort wo du her gekommen bist“. Er hatte Recht, diesen Eindruck hatte ich auch in den folgenden Tagen erlebt. Nach Midelt fuhr ich einige hundert Meter bergauf. Ich war jetzt im kargen hohen Atlas für zwei Tage unterwegs das ich aber nur kurz streift. In gut einer Woche werde ich dort noch einige Tage verbringen.

Mittlerweile kamen auch die ersten Oasen an den ich vorbeifuhr. Wasserquellen die Palmen, Obst-und Gemüseanbau die Möglichkeit geben zu gedeihen. Die Menschen haben einfache Wasserkanäle angelegt durch die  das Wasser geleitet wurde. Zwischen drin immer wieder Lehmhäuser, alte halb zerfallene aber auch noch Intakte Kasbahs  (Zitadellen).

Kurz vor Er Rachidia passierte ich einen großen Salze dessen Wasser Türkis schimmerte. Die Landschaft karge Steinwüst, umgeben von Bergen. Farblich setzte sich nur der See ab, alles andere war rotbraun.

Unter einem der dornigen Büsche fand ich etwas Schatten für eine Pause. Die Temperatur schien in den letzten Tagen immer mehr angestiegen zu sein.

Am Nachmittag stoppte ich bei einer Afriquia Tankstelle, saß draußen im Schatten und genoss die kühle Cola, ein Apfelsaft und Wasser. Es tat mal gut nicht Wasser zu trinken das dieselbe Temperatur hatte wie die Luft. Der Kellner vom Restaurant nebenan spendierte mir einen kleinen Salat, Ich war hell auf begeistert als ich die Portion auf dem Unterteller einer Kaffetasse mit einem Bot und Tee aß.

Dabei stellte ich fest das sich der Junge neben mir der in einem elektrischen Rollstuhl saß mich herwinkte. Ich lief hinüber als er mit der Hand auf den Platten rechten Reifen seines Gefährts deutete.

-Na klar konnte ich im helfen- dachte ich mir und lief zum Rad zurück, kramte aus dem Pack Sack die Flicksachen heraus und machte mich mit ihm an das Werk. Es dauerte zwar eine ganze Weile bis wir den Mantel vom von der Felge hatten doch es funktionierte und Tarik wahr sehr begeistert und meinte „Ich stehe in deiner Schuld“. Nach einem Café auf den er mich einlud,  fuhren wir gemeinsam in sein Dorf das einige Kilometer hinter der Tankstelle bei einer Oase lag. Ich blieb für fast drei Tage bei der Berberfamilie die in ärmlichen Verhältnissen in einem Lehm- Strohhaus wohnte. Sie besaßen nicht wirklich viel, in dem Wohnraum der auch als Schlafraum diente standen drei Bettteile, ein Schrank auf dem ein TV stand. Aus der Wand kamen zwei Drähte hervor an denen eine Fassung mit Glühbirne befestiget war.

Tarik lebt mit seiner Familie hier, seinem Ruder, seiner Schwester und der Mutter. Sein Vater ist bereits gestorben.

Im Hof, in einem kleinen Lehmstall fand ich fünf sehr dürr aussehende Scharfe. Das Maultier stand nebenan und freute sich immer wenn ich kam. Traurig wieherte es wenn ich ging.

Zum Essen gab es als Grundnahrungsmittel (Hrobs) Brot das in handgepresstes Olivenöl getaucht wurde. Dazu gab es zu Abendessen einmal vier Eier die wir uns alle teilten und das andere Mal ein Hühnerschenkel der ebenfalls geteilt wurde. Natürlich Tee zu jeder Tages- und Mahlzeit.

Tarik zeigt mir die Kasbah des Dorfes die am zerfallen war. Er mochte meine Kamera von Anfang an und trug sie ständig bei sich um Bilder zu machen. Es muss für ihn wohl etwas sehr besonderes gewesen sein all die neue Sache zu sehen und sie auch benutzen zu können.

Drei Tage später verließ ich das Dorf mit gemischten Gefühlen, jedoch wieder froh weiter fahren zu können.

In Merzouga, das neben Erg Chebbi lag wollte ich für ein paar Tage bleiben um mir die Dünen Landschaft anzuschauen und auch auf einem Dromedar durch die Dünen zu laufen.

Zwei Tage und nach der Härtesten fahrt seither war es soweit. Ich hatte für mich den östlichsten Punkt dieser Afrikareise erreicht. Wie gesagt, die letzten 35 Kilometer waren die härtesten seither. Bei starkem Gegenwind mit gelegentlichen Sandstürmen fuhr ich mit 8 Kilometer. Ich fluchte was das Zeug hielt, half aber nichts. Jedes Mal wenn ich etwas getrunken habe bekam ich  nur wenige Minuten später abermals Durst. Ich brauchte 3 Liter Wasser für die Strecke. Am Zweiten Tag erreichten wir Temperaturen von 43 Grad

Abermals stoppte ich bei einer Afriqia Tankstelle und kam mit Hassan in das Gespräch. Er sprach ausgezeichnet Deutsch und lebte wie die meisten hier vom Tourismus. „Die Dünen sind bei Spaniern sehr beliebt die zur Weihnachtszeit in Scharen herkommen“ meinte er.“ Jetzt ist es jedoch sehr ruhig“ Er bot mir ein Zimmer an. Ich sollte es mir erst anschauen und wenn es mir gefällt so könne ich bleiben. Ich verhandelte mit ihm einen Preis für das dass ich mein Zelt im Vorhof für drei Tage aufschlagen durfte. Wir wurden uns bald einig. Auf einer Piste fuhr ich hinter dem Landcruiser hinterher bis wir den Ort Hassi labiad erreichten. Ich genoss die drei Tage Auszeit im La Source.

Gleich am ersten Abend erlebte ich das Durchwandern der Dünen auf einem Dromedar. Ich wusste ja bereits das es ein schunkelnder Lauf sein wird. Mohamed der Vater von Hassan führte die Dromedare durch die Dünen. Der Sand hier ist rosafarben und färbte sich am Abend bis zum Sonnenuntergang in orange bis violett Farbtöne. Die Grenze zu Algerien liegt nur 24 Kilometer östlich von hier. Auf jeden Fall ein besonderes Erlebnis das ich wohl nicht so schnell vergessen werde. Die anderen Abende lief ich durch die bis zu 160 Meter hohen Dünen zu Fuß…




                                                              

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