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Von Marrakech nach Agadir

Ich suchte mir ein Zimmer nördlich von Djemaael-Fna. Das erste Hotel indem der Preis für ein einfaches Zimmer in Ordnung war wollte jedoch mein Rad nicht aufnehmen. Der Besitzer meinte ich solle es an einem Parkplatzt abgeben. Ich war jedoch nicht seiner Meinung und fand mich wenige Minuten später und eine Hausecke weiter in einem Hotel das mich und das Rad aufnahm. Ich stellte alles ab und lief los die Straßen Marrakech zu erkunden. Grob schätze ich die Richtung ab um zum Djemaael-Fna zu kommen. Der Platzt der geköpften heißt es wörtlich übersetzt. Trommeln, Becken und das Tröten von andern Instrumenten warzu hören.Ich verschaffte mir erst einmal einen groben Überblick. Gerade als ich am Fotografieren war kamen die Wasser Verkäufer die das Wasser in Tierhäuten trugen und voll mit Becher waren auf mich zu. „Take on picturemyfriend“. Klar war ich an einem Bild interessiert, jedoch wollten sie sich dafür bezahlen lassen was mich daran hinderte. Die Summe die er wohl verlangen würde war unermesslich hoch dachte ich mir. La Shukran und ich lief weiter. Genau wie die Menschen die ihre Affen an Ketten führten. Sie ließen auch nicht locker. Nachdem ich den Circus hinter mir lies lief ich vorbei an den Orangensaftverkäufer die mir alle ihren frisch gepressten Saft verkaufen wollten.

Ich lief eine Weile in denSouqs herum als mich ein Mann in Richtung Gerberviertel schickte. Eigentlich dachte ich wollte ich einen Jungen Fragen der mir dieses zeigen könnte. Kaum lief ich in die Richtung stand auch schon einer neben mir und wir liefen im Eiltempo durch die engen Gassen. „ Sir, in Marrakech you walk always on the right hand side“. “Okay“ sagte ich und versuchte dem schnell laufenden Junge Schritt zu halten der mir während dessen immer wieder was erzählte. Wir waren auf dem Weg zum Arabischen Gerberviertel. Nach einigen Minuten kamen wir dort an und ich wurde mit einem Zweig duftender Minze begrüßt und ein etwas älterer übernahm die Führung. Die Minze sei für den Gestank so hieß es. Es war jedoch an diesem Tag nicht sonderbar warm und der Himmel bewölkt wodurch ich denn sonst üblich stechenden Geruch nicht merkte. Ich wusste gar nicht wie mir geschieht und wo ich war doch auf einmal nachdem wir durch ein kleines Tor liefen sah ich die unzähligen Krüge die in den Boden eingelassen waren und unterschiedliche farbige Flüssigkeiten beinhalteten. Nur wenige Menschen waren zu sehen. Durch eine offene Tür hinter mir konnte ich sehen wie ein Mensch der etwas in der Hand hatte Harre von einem Fell kämmte. Der Junge viel an zu von der Herstellung und Bearbeitung zu erzählen.Jedoch so schnell und undeutlich dass ich nur die Hälfte verstand. Hinter mir muss wohl eine lange Schlange warten dachte ich. Währenddessen verließen wir auch schon wieder den Ort durch der Türe die wir wenige Minuten zu vor betreten hatten. Genauso schnell begleitete er mich bzw. schickte er mich zu einer weiteren Tür hinein. Es ging alles so schnell das ich nicht einmal genügend Zeit hatte mich auf der Straße umzuschauen.

Ich befand mich nun umgeben von Taschen, Rucksäcke, Schuhe, Sitzkissen und etlichen weiteren Sachen die kunter Bunt aus Leder gefertigt und gefärbt an den Wänden und an der Decke hingen.Vereinzelt hingen Teppiche an den hinteren Wänden. Nun sollte sie also beginnen die berühmte Shoppingtour von der mir der Junge schon erzählte. Ich wusste nicht wie ich reagieren würde wenn ich das alles nicht schon gewohnt wäre, jedoch blieb ich ganz ruhig, lies mir von einem Verkäufer ein paar Dinge zeigender gleich zu Beginn auf mich gestürmt kam. Ich war noch immer auf der Suche nach Pantoffeln die berühmten Schuhe aus Leder. Als er mir jedoch den Preis von 260 Dirhams mitteilte habe ich innerlich schon mit dem Kauf abgeschlossen. Ich fragte noch aus welchen Fell den die Sitze waren, die wie ich sagen musste mir sehr gefielen. Aus Kamelleder sagte er. Dies ließ ihn wohl annehmen dass ich ihn kaufen wolle. Einige Minuten später saßen wir in einem anderen Raum. Er hielt in den Händen einen Stift mit Block und wolle von mir 1200 Dirham für den Sack und die Schuhe. Ich war doch stark verwundert und konnte mir das Lachen nicht verkneifen. Er dachte wohl im ernst das ich die Sachen kaufen werde. „ You can pay of course with your Credit card”,sagteer. Unglaublich aber es brauchte schon einige La Shukran und andere Worte bis er endlich begriff das ich nichts kaufen wollte. Den Ausgang musste ich mir zeigen lassen da weit und breit keine Türe zu sehen war. Draußen stellten die beiden Jungen sofort fest dass ich keine Tüten in der Hand trug und sie somit keine Provision vom Verkäufer von zuvor bekommen würden. Also mussten sie selbst ihr Geld verdienen und wollten doch tatsächlichjeder 100 Dirham haben. Ich gab Ihnen 20 und lief die Gassen zurück zum Platzt. Den Weg erfragte ich mir bei den Verkäufer. Der erste Tag neigte sich dem Ende entgegen und mir gefiel Marrakech so gut das ich den Aufenthalt um vier weitere Tage verlängerte.

Am dritten Tag lief ich abends zurück von VilleNouvelle, der Neustadt von Marrakech in der ich für kurze Momente den Eindruck hatte in einer Europäischen Stadt unterwegs zu sein. Jedoch nur so lange bis ein Wagen der von einem Pferd gezogen wurde an mir vorbeifuhr.

An einer Ampel musste ich stoppen.Als ich kurz danach weiter lief erkannte ich iauf einem stehenden Auto den Schriftzug „Auberge LA Source“. Der zweite Blick viel auf den Fahrer. Es war Hasan bei dem ich einige Wochen zuvor in Merzouga für drei Tage im Hof der Herberg campte. Eigentlich wollten wir uns  bei Tinerhir sehen was jedoch nicht passierte da ich damals auf Ahmed traf und mit ihm ging. „Was für ein Zufall wie damals an der Tankstellen als wir uns das erste Mal begegnetsind“ lachten wir. Er hatte eine Verabredung mit einem Freund und drei Frauen. Den Abend verbrachten wir in einer Bar mit ein paar Bier. Spät nachts wurde ich mit einem Motorrad (zur Sicherheit nicht weil ich zu betrunken war) zumHotel gebracht.

Nun am schönsten ist der Platz der Geköpften abends wenn das Essen an den Garküchen verkauft wurde. Einer wollte mir doch Tatsächlich Schnitzel mit Pommes und Sauerkraut verkaufen. Er meinte ich soll später nochmal kommen. Am Abend ist der Platz auf jeden Fall am besten und von dem „magical“ wie mir einer sagte am meisten zu sehen.

Zum Frühstück gab es „das Günstige“ im ToubkalCafé für knappe 2 Euro. Marokkanische Pfannenkuchen mit Honig einem Croissant wahlwiese mit Kaffee oder Tee und einem Glas frisch gepressten kalten Orangensaft. Für ein paar Dirham Couscous und Tarjin wahlweise mit oder ohne Fleisch.

Am Morgen als ich Marrakech verließ durchquerte ich noch mehrere Male die Stadt um die letzten Erledigung hinter mich zu bringen. Als erstes suchte ich ein Radgeschäft auf das ich im Internet gefunden habe um mein Hinterrad zu reparieren. Mittlerweile war die acht um einiges größer geworden und zwei Speichen waren gebrochen. Es war der einzige „ professionelle“Rad Laden in der 1,6 Millionen Stadt. Kurz überlegte ich mir noch Verschleißteile auszutauschen. Als ich jedoch den Preis von 125Euro für eine SLX Kassette sah verwarf ich den Gedanken gleich wieder. Diesmal muss die Kassette eben 8000 statt den üblichen 3000 Kilometer halten. Ich war guter Dinge was dies anging.

Der letzte Besuch war im großen Einkaufszentrum Marjane indem ich Haferflocken und Datteln bekam.Nach einem letzten Tee Stopp bei Männer die Kamelritte für Touristen anboten fuhr ich weiter in Richtung Asni.

Die ersten zwei Tage brauchte ich um wieder rein in das Radeln zu kommen. Ich war unglaublich müde und die Temperaturen machten mir etwas zu Schafen.

Die Zeit für die Besteigung des zweithöchsten Bergs von Afrika begann nun. So wurde ich quasiüberlagert als ich Asni durchfuhr wo die Straße nach Imlil abzweigte. Dem Ausgangsort für die Besteigung des JebelToubkal.

Einige Monate zuvor war ichnoch überzeugt den Berg besteigen zu wollen. Damals war es mir wichtig. Ein Muss wenn ich in Marokko bin. Dieses Bedürfnisspürte ich jetzt da ich nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt war nichtmehr und so fuhr ich weiter. Als ob man einen Schalter umlegte verschwand der Verkehr. Nur noch wenige Autos und wie schon bei der zweiten hohen Atlas Überquerung passierten mich meist nur Grand Taxis und eine paar Touristen die mit eigenen und Leihfahrzeugen fuhren.

Landschaftlich war es wieder toll auch wenn die ersten Tage nicht ganz so spektakulär waren wie der Blick von Pass selbst. Ich erreichte am frühen Nachmittag den 2090 Meter hohen Tizin´Test. Der Blick auf der anderen Seite hinab in das Souse Tal war gigantisch. Im Nachmittagsdunst war auch der Anti Atlas zu sehen. Auch dieses Gebirge wollte ich noch durchqueren. Zuletzt bevor ich mich auf in den Süden machen werde dachte ich mir. Ich entschied mich jedoch dieses Gebirge auf dieser Tour auszulassen. Nicht weil ich genug von Bergen hatte sondern weil es an der Zeit war weiter zu reisen. Ich hatte die Rif Mountains mehrere Mal überquert, zwei Mal den mittleren Atlas und drei Mal den Hohen Atlas und würde auch keine weiteren scheuen. Nach zwei weitere Tagen erreichte ich Agadir. Ich blieb erst zwei Tage lang. Fand ein Hotel indem ich auch das Rad lassen konnte.

Agadir ist eine neue Stadt die in den 60 Jahren bei einem Erdbeben weitgehend zerstört wurde und neu aufgebaut wurde.

An den stark überfüllten Stränden wurden mehrere Hotelanlagen aus dem Boden gestampft. Am Marina, dachte ich wirklich in einem Luxusviertel am Mittelmeer unterwegs zu sein. Schöner dagegen war der Fischerhafen. Bote wurden am Pier gebaut. Für einen Sardinenkutter braucht es ein Jahr bis er bereit ist um zu Wasser gelassen zu werden. Gebaut wird er aus marokkanischen Eukalyptus Holz.

An einer kleinen Garküche bekam ich für 50 Cent einenfrische Sardinen Sandwich mit Pommes. An den Restaurant am Eingang des Fischerhafens für 3,5 Euro einen ganzen Teller mit Tintenfisch, Garnelen und verschiedenem Fisch. Ein Franzose gab mir den Tipp der sich dort bestens auskannte und meinte ich soll zu Restaurant 20gehen. Das Restaurant bestand nicht mehr als aus einem etwas größeren Loch in der Wand und eine Sitzreihe davor. Davon reihten sich über Hundert aneinander. Der Fisch war frisch und unglaublich gut.

Nun hatte ich mir überlegt das Rad in Agadir zurück zu lassen und mit dem Bus nach Rabat zu fahren um das Visum für Mauretanien zu holen. An der Grenze selbst wird keines ausgestellt. Mit einem Nachtbus fuhr ich nach Rabat wo ich morgens um sieben Uhr müde eintraf. Ein Taxi brachte mich zur Mauretanischen Botschaft die jedoch erst ab neun Uhr die Anträge annahm. Ich trank Café und besorgte mir die letzten Kopien vom Pass. Um Zehn Uhr hatte ich den Antrag ausgefüllt und fuhr mit einem Taxi in die Stadt um ein Hotel zu suchen um endlich schlafen zu können. Dies ging jedoch nicht. Auch beim dritten Hotel in dem ich nachfragte wollte man mich nicht aufnehmen. Da ich ja kein Pass habe und somit auch kein Visum. Normal für ein Königreich wie Marokko indem Kontrolle an erster Stelle stand. Nur wenn ich einen Stempel bzw. die Erlaubnis der Polizei vorweisen kann dürfte ich bleiben. Ich fuhr als zu Polizeistelle und fand dann mit Hilfe einer Frau die auch englisch sprach die richtige Abteilung. Blöd war nur das ich in kurzen Hosen unterwegs war was bei der Polizei nicht erwünscht war und merkwürdige Blicke auf mich zog.

Als der zuständige Kommissar meinen Ausweis (Kopie) per Computer kontrollierte stellte er fest dass ich nicht registriert war und auch keine Aufenthaltserlaubnis besaß. Er gab mir vier Stunden Zeit um ihm das Gegenteil zu beweisen sonst wolle er mich zurück nach Tanger schicken und von dort aus zurück nach Europa. Was für ein Ding dachte ich mir, völlig übermüdet und mit ungutem Gefühl schleppte ich mich mit samt meiner Packtasche in ein  Taxi und fuhr zurück zur Mauretanischen Botschaft um mir eine Kopie des Visums von Marokko geben zu lassen. Natürlich wusste ich nicht ob die Mauretanier kooperieren würden oder mich vor der Türe stehen lassen werden. Die letzte Möglichkeit so dachte ich wenn dies nicht klappen sollte ist ein Besuch bei der Deutschen Botschaft die auch hier in Rabat ist. Ich klopfte an der Tür und erklärte etwas aufgewühlt und mit einer Bewegung zum Hals das ich in Schwierigkeiten stecke und meinen Pass brauche. Ich sollte zurücktreten und warten so hieß es. Auf der anderen Straßenseite sah ich einen Franzosen der mir erzählte dass er schon seit drei Tagen auf seinen Pass wartete und mir damit noch ein schlechteres Gefühl verschaffte. Umso erstaunter war ich als nach 15 Minuten sich die Türe abermals öffnete und de Beamte der mich herwinkte meinen Originalen Pass in den Händen hielt. Ich solle ihn aber umgehend wieder bringen meinte er. Dankend verließ ich das Botschaftsviertel und kehrte zurück zur Polizeistelle. Der Kommissar stellte nun fest dass ein Fehler in Tanger unterlaufen war. Das gute war dass ich gehen konnte auch wenn der Fehler auch dieses Mal nicht behoben wurde. Der Kommissar meinte noch ich solle meinen Pass nicht mehr der Botschaft geben. Ich dachte für mich und wer klebt mir dann den Sticker in den Pass für das Visum?

Am nächsten Tag blieb noch etwas Zeit um mir die Stadt anzuschauen bevor ich um 15Uhr zurück zur Mauretanischen Botschaft fuhr um mir mein Pass nun endgültig abzuholen. Mit zwei StundenVerspätung und einem tollen Gespräch mit einem Missionar der in Guinea lebt bekam ich den Pass mit dem gültigen Visum. Am Abend um kurz nach zehn nahm ich den Bus zurück nach Agadir.

Noch zwei Tage Auszeit standen mir bevor um mich von den Strapazen zu erholen und Kräfte zu sammeln für die nächste und schwierigste Etappe dieser Reise. Die Durchquerung der Westen Sahara mit dem Fahrradim Sommer…




                                                            

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