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Das Ende der Reise

Ich blieb bei Sina fast ganze zwei Wochen. Es gab da die Einladungen bei ihren Freunden. Auch seit Monaten war ich zum ersten Mal wieder im Kino. Für mich aber der Höhepunkt der Zeit am Bodensee war der Ausflug mit dem Segelboot auf dem See. Der Wind war anfangs noch sehr schwach. Mit Hilfe des Motors lag der  Hafen von Langenargen bald hinter uns und wir setzten die Segel auf offener See. Zu Beginn zogen die kleinen Staub oder Fliegen auf der Wasseroberfläche noch langsam an uns vorbei. Als wir es eigentlich nicht mehr erwarteten zog doch noch günstiger Wind für uns auf, und wir nahmen deutlich an Geschwindigkeit zu. Um neben dem Boot herzuschwimmen waren wir bereits deutlich zu schnell unterwegs. Das allerbeste war die Ruhe und die Blicke auf die Alpen. Zum Schluss saßen wir noch gemütlich beim schlemmen. Einer der schönsten Tage neigte sich dem Ende entgegen. An nur zwei weiteren Tagen war das Wetter noch einigermaßen beständig. Ich wusste erst gar nicht genau ob ich glücklich sein sollte dass ich in den letzten sechs Wochen in denen ich in Deutschland unterwegs war gutes Wetter hatte. Oder sollte ich vielleicht doch traurig  sein das sich das Wetter jetzt doch plötzlich so schnell änderte. Ich entschied mich für das Glücklich zu sein, für die schönen Tage die ich hatte. Die Zeit nutzte ich auch für die ersten Überlegungen für einen Vortrag bei dem ich von meiner Reise berichten möchte.
Ich blieb nochmal einen Tag länger als gedacht da mir das Wetter einen Strich durch den Plan machte. Am nächsten Morgen war ich bereits wieder unterwegs. Mit dem Ziel nach Freiburg zu fahren. Ich wählte auch hierfür nicht den direktesten Weg. Der hätte mich über Donaueschingen und das Höllental geführt. Ich fuhr nochmals am See entlang. Bis nach Radolfzell und weiter über Konstanz nach Kreuzlingen. Von dort nach Stein am Rhein. Eine für mich schon sehr bekannte Stecke. Ich kann gar nicht mehr genau sagen wie oft ich dort schon gefahren bin. Das Wetter war äußerst unangenehm. Immer mal wieder vielen Regentropfen vom bewölkten Himmel herab. Eigentlich wollte ich die 300 Kilometer lange Strecke in zwei Tagen schaffen da ich mich für Freitagabend bei meinem Bruder in Freiburg ankündigte. Daraus wurde aber nichts. Es war Samstagabend als ich dort eintraf. Auf der Fahrt war ich immer wieder beschäftig mit dem Ende der Reise. Ich war ja bereits auf dem besten Weg dorthin. Einerseits wollte ich die Reise noch nicht beenden. Ich hatte das Gefühl als hätte ich in den letzten Tagen einiges verarbeitet und es gab bereits schon wieder Platz für neues. Mein Geldbeutel war da aber anderer Meinung.
Schön war auch das Wiedersehen mit meinem Bruder. Seine Freundin war auf Überraschungsbesuch und ich blieb fünf statt wie den gedachten zwei Tage.
Bei der Weiterfahrt nach Offenburg entlang am Rhein hatte ich wieder gutes Wetter. Der Himmel war blau. Keine Wolken weit und breit waren zu sehen. Jetzt wurde es immer ernster, die Reise neigte sich mit jedem Kilometer immer näher dem Ende entgegen. In Offenburg stand mir der vorletzte Besuch bevor. Fast zehn Monate war es her dass ich zu Besuch bei meinem Patenonkel und dem Patenkind war. Alle freuten sich und es gab einiges zu erzählen und zu berichten.
Bereits am nächsten Morgen sollte die Reise weitergehen. Zwei Tage trennten mich jetzt noch vom Ende. Geplant war von Freiburg aus über Straßburg entlang am Rhein zu fahren und von dort aus nach Offenburg. Der Plan ging am Vortag aber nicht auf und ich fuhr direkt nach Offenburg. Also entschied ich mich über Dörfer nach Straßburg zu fahren. Von dort entlang der Kinzig bis Hausach und zurück nach Hornberg. Ich entschied mich  aber auch aus einem weiteren Grund dafür. Für mich der wichtigste. Nochmal eine Nacht im Zelt schlafen.
Als ich in Straßburg ankam machte ich nichts anderes als das Rad durch die Gassen und Straßen zu schieben und auf einer Bank Studentenfutter zu essen. Dabei verfolgte ich das Geschehen auf den Straßen. Ein letztes Mal, denn es sollte keine weitere große und so schöne Stadt folgen. Nachdem ich dem Damm entlang der Kinzig folgte und bereits nach Offenburg unterwegs war wurde es mir immer mulmiger. Mir ging einiges durch den Kopf. Bald anzukommen und nicht weiter zu fahren. Eine Tatsache die ich erst noch realisieren musste. Was wird kommen und wie wird es weiter gehen. Eigentlich wusste ich ja bereits schon wie das Leben weiter gehen sollte. Ich hatte bereits einen Plan. Ich konnte es mir aber nicht allzu gut vorstellen den der wesentlichste Punkt war dass ich für die nächsten gut zwei Monate nicht meinen Aufenthaltsort wechseln werde.
Ich glaube in den letzten knappen 50 Kilometer stand ich so stark neben mir wie in all den Monaten zuvor nicht. Die Umgebung kam mir nicht sonderbar komisch oder verändert vor. Ich glaube eher dass mir bewusst wurde wie nie zuvor dass ich mich verändert habe. Stück für Stück näherte ich mich dieser Ansicht.


Mittlerweile sind zwei Wochen seit meiner Rückkehr vergangen und der neue Alltag packt mich Stück für Stück mehr. Zu Beginn ist das immer nicht leicht doch ich gewöhne mich langsam daran. Es fiel mir deutlich leichter den je zuvor. Ich denke doch dass es an der Erfahrung liegt, die ich bei meinen Touren zuvor schon gesammelt habe. Nun habe ich das Ziel erreicht dass ich all die Monate vor Augen hatte. Jetzt heißt es neue Ziele zu finden und diese zu beschreiten. Natürlich habe ich mir diesbezüglich schon in den letzten Wochen Gedanken gemacht. Bis Anfang Januar werde ich in Hornberg bei meinen Eltern bleiben die sich über das Wiedersehen und Bleiben freuen.
Diese Zeit nutze ich um mir Gedanken für einen Vortrag dieser Reise zu machen. Ich bin bereits mitten drin an den Vorbereitungen. Es gibt einige Ordner mit Bildern zu durchwühlen. Von meiner Reise kehrte ich mit über 22000 Bildern zurück. Da fällt die Auswahl nicht ganz so leicht. Halten werde ich den ersten Vortrag in Hornberg hier im Schwarzwald. Es wird jedoch noch einigen Wochen an Vorbereitung und Ausarbeitung brauchen bis die Präsentation steht. Das genaue Datum werde ich hier auf der Homepage rechtzeitig ankündigen.
Die weiteren Pläne für nächstes Jahr stehen auch schon. Vor einigen Tagen habe ich Anrufe in der Schweiz getätigt. Zu Beginn des Jahres werde ich dort wieder anfangen zu Arbeiten. Für das Frühjahr stehen die Karten nicht schlecht wieder im Berner Oberland tätig zu sein. Große Vorfreude auf hohen Berge, tolle Trails und Wanderrouten.
Schon seit einiger Zeit schweben mir Routen vor für eine nächste Reise. Es gibt da viele Ideen, da wäre die große Tour von Alaska nach Patagonien durch Nord und Südamerika. Jedoch immer wieder denke ich daran zurück mit dem Fahrrad von Deutschland bzw. vom Nordkap nach Japan zu fahren. Bisher war ich mir selbst noch nicht sicher ob ich das schaffen kann. Die Dimensionen waren noch zu groß. Ich denke da zurück an meiner erste Interrailreise 2006. Damals lag Marokko noch so weit entfernt für mich. Ich beließ es bei Griechenland, Italien Kroatien und Südfrankreich. Jetzt bin ich an dem Punkt angelangt an dem ich nach neuen Herausforderungen suche. Um es auf den Punkt zu bringen. Die nächste Tour steht schon. 2014 soll mich mein Weg vom Nordkap nach Japan führen. Das eigentliche Ziel halte ich mir bis dorthin klar vor Augen, auch wenn es bestimmt, da bin ich mir sicher nicht immer leicht werden wird.


Ich möchte mich hiermit bei allen Besuchern bedanken die über all die Monate meine Reise verfolgt haben. Ich weiß dass viele seit dem Aufbruch im Januar dabei waren und meinen Weg verfolgten. Es ist für mich schön zu wissen das Interesse besteht und hoffe ich konnte den ein oder anderen in das berühmte Fernweh einweihen. Für mich gab es kein Richtig oder Falsch, das wichtigste war immer loszugehen, einen Schritt oder Pedalschlag zu tätigen...

Vielen Dank

Michael


Wenn Anregungen oder Meldebedarf besteht bitte meldet euch!




                                         

 


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