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Angekomen in Schwarzafrika

Am Grenzposten Diama im Norden von Senegal bekam ich ohne Schwierigkeiten und ohne sinnlose Fragen den Einreisestempel in den Pass gedrückt. Dazu gab es noch ein tolles Gespräch mit dem Polizisten. Anschließend fuhr ich die 30 Kilometer nach St. Louis. Geändert hat sich nach der Überquerung des Senegal Flusses alles. Ich war jetzt in Schwarz Afrika. Die Vegetation nahm deutlich zu, alles schien grün und lebendig zu sein. So anders nach der Wüste und ich war bestimmt nicht abgeneigt davon, im Gegenteil, ich erfreute mich daran.
Ein neues Land, bedeutet in Afrika das sich von Grund auf alles ändert (besonders wenn man von arabischen Ländern in das richtige Afrika kommt) Gleich zu Beginn, rief alles nach dem Toubab (Weißer bzw. Bezeichnung für Europäer). Alle wollten ein kleines Geschenk oder etwas das sie gerade an mir bzw. am Rad sahen. Wenn ich jedem etwas gegeben hätte wäre ich nach zwei Stunden nackt (das Rad wäre auch nicht mehr da) herumgelaufen. Gut den mein Vorsatz lautet „ Nur den handikapten Menschen etwas geben“. Dies viel mir die Folgetage nicht leicht, und es wurde auch nicht leicht da alle ständig was wollten, egal ob die Menschen auf den Feldern Arbeiteten oder im Schatten unter Bäumen vor ihren Hütten deren Dörfer saßen. Manchmal in Extremsituationen merkte ich wie ich von den Menschen abgeneigt war, auch wenn ich es eigentlich gar nicht wollte. Viele der Menschen, sahen nicht die Person auf dem Rad, sondern eine große nicht erschöpfbare Geldmünze. Zum Glück gab es aber auch noch die sehr seltenen aber ehrlichen Gegenteile davon.
St. Louis war der erste Ort in dem ich ankam. Die ehemalige Hauptstadt mit über 100000 Einwohnern war die ehemalige Hauptstadt der französische Kolonie. Was auch an den Gebäude zu erkennen war. Die Stadt lagt direkt am Atlantik, ein Teil auf dem Festland, der historische Teil auf einer Insel die durch eine alte Eisenbogenbrücke mit dem Festland verbunden ist. Dann gibt es noch die Lagune, auf der sich der Markt, Fischerhafen, Friedhof und Wohnviertel befanden. Ich nahm mir drei Tage Auszeit und wohnte in einer Hütte südlich der Stadt auf der Lagune.
Die Stadt war eine Farbenbracht für sich, da gab es erstens die großen bunt bemalten Fischerbote (Pirogen) die an allen Ufern am Strand schief zwischen dem ganzen Müll herumlagen. Eine wie ich es zu Anfang empfand starkes Problem, alles und überall wurde verträgt und die Menschen schien es kein bisschen zu stören. Zwischen den unzähligen Toten Fische überall lag Massenweiße der Müll herum.  Zwischen Kinder und Ziegen die am Straßenrand an kurzen gerade mal ein paar Zentimeter langen Schnüren angebunden waren spielte sich das pure leben ab. Menschen verkauften ihre Früchte am Straßenrand (ich befand mich mitten in der Mango Zeit) Schrottplatzreife Autos die wohl hier ihre letzten Kilometer zurücklegten fuhren durch die Straßen. Fisch lag zum Trocknen auf alten zusammengebastelten Ablagen. Er wurde nicht einmal ins trockenen gebracht, auch nicht wenn die Regenzeit die ersten heftigen Regengüsse brachte. Berge von Schuppen lagen umher und überall tote Fische. Das ist der Fischmarkt von St. Louis.
Senegal besitzt noch aus der Kolonialzeit ein altes Eisenbahnnetz, das jedoch landesweit nicht mehr benutzt wird und so fault alles vor sich hin. Schön ist es jedoch die alten Bahnhofsgebäude zu sehen.
Für mich war dies alles fast wie eine Oase, nachdem ich die drei Wochen zu vor nichts anderes als Wüste sah. Es gab sogar Kokosnuss Palmen die manche Abschnitte nahe am Fluss und in der Stadt säumten.
Am vierten Tag als ich St. Louis verließ begann es morgens zu regnen. Ich saß gerade draußen vor meiner Hütte beim Frühstück. Für mehrere Stunden saß ich noch nebenan bei einer Französischen Gruppe bis ich gegen 13 Uhr bei Nieselregen losfuhr. Natürlich ging es nicht lange und es Schüttete wieder aus Eimern. Nur gut dachte ich mir dass ich mich schon darauf eingestellt hatte. Irgendwann wurde s dann doch zu heftig und ich stellte mich unter einem kleinen Vordach eines Hauses unter. Kurz darauf öffnete sich eine Türe und ich wurde herein gerufen. In einem Vorraum saß ich auf einem Plastikkanister, umgeben von einer Ziege die angebunden war, einem Jungen Mädchen das Zutaten in einen großen Topf mischte. Links vorne neben mir wusch sich ein Junge die Füße und das Gesicht. Frauen trugen Geschirr herbei. Stapelweise. Wohl von dem letzten Schlachtessen der Nacht dachte ich mir. Seit einigen Tagen befand ich mich nun schon in der Zeit des Ramadans. Der Zeit des Fastens. Von Morgens ab fünf Uhr nimmt der  Moslime keine Nahrung mehr zu sich. Weder Wasser noch irgendwelches Essen. Auch keine Zigaretten (gute Zeit um damit aufzuhören). Um viertel vor acht am Abend ist es dann wieder erlaubt zum Essen. Der Ramadan begann dieses Jahr am 20 Juli und endet am 19 August gefolgt von 3 Übergangstagen des Fastens.
Die zweit größere Stadt die ich erreichte war Kebermer. Ich stoppte in der Stadt zwei Mal, einmal um Wasser zukaufen und am Bahnhof als ich fotografierte und wie schon zu vor von Kindern umrundet war. Ich verließ den Ort als ich auf einmal das dringende Bedürfnis spürte nach meinem MP3 Player zu schauen. Er war weg, nicht mehr in der Tasche in den ich ihn zu vor gesteckt hatte. Ich fuhr zwar nochmals zurück und sah abermals die Scharen von Kinder ab was hatte ich schon in der Hand, verärgert fuhr ich ohne Player weiter. Die nächsten Wochen werde ich wohl ohne Musik auskommen müssen was mir nicht leicht fallen wird. Weg von der Hauptverkehrsroute St. Louis und Dakar fuhr ich ins Landesinnere. Ziel war der Wallfahrtsort für Moslime. Die Moschee von Touba steht auch für nicht Moslime offen. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen da ich in beiden arabischen Ländern kein Zutritt zu den Moscheen hatte.
Auf der Fahr dorthin fuhr ich vorbei an unzähligen Dörfern mit Hütten die aus Naturmaterialien gebaut wurden. Die Menschen besaßen hier fast nichts und vor jedem Dorf saßen sie im Schatten der Bäume und riefen mir „Toubab petit Cadou“. Zwischen den Dörfern, der Boden war noch immer sandig, wurde Ackerbau betrieben. Jedoch nicht mit Maschinen, alles reine Handarbeit. Angebaut wurden Erdnüsse deren Saison jetzt erst gerade anfängt und deren Pflanzen noch sehr klein waren. An sonst sehr viel Mais. Mit Pferden, Eseln zogen sie meist einen einfachen Pflug durch die Erde, jäteten damit auch das Unkraut oder auch mit einer Hacke. Ein weiteres mal als ich stoppte, lief ich auf das Feld um mir das genau anzuschauen. Ich half eine Weile mit einer Hacke Unkraut zu jäten. Eine sehr harte Arbeit die von früh morgens bis später Nachmittag ausgeführt wurde. Natürlich wollten alle wissen was und wer da überhaupt kamen. Wichtig dabei war nur den Überblick und die Ruhe zu bewahren wenn ich umzingelt wurde und nach allem gefragt wurde.
In Toubab zeigte mir Mamadou die Moschee, er führte mich zu den Aufenthaltshallen, die gerade von Marokkanern restauriert werden. Sie sind prächtig und bis ins letzte Detail verziert. Der Geldspender war ein reicher Senegalese. Allgemein wurde die Moschee von Spendengeldern gebaut und ist die größte in ganz Schwarzafrika. Alle hier beschäftigten Architekten kamen aus Europa, auch einiges Material wie Marmor. Ich hatte auch Zugang zu einem Mausoleum, jedoch nicht des Gründers. Insgesamt herrschten hier bereits sieben Kalifen auch wenn die Geschichte noch nicht so alt ist wie das was Europäer von ihrem Kontinent gewohnt sind.
Der Regen nahm deutlich mehr zu. Ich befand mich in  Kao Lack, dem Kapital des Erdnussanbaus schon deutlich weiter südlicher von Dakar. Geplant war eigentlich eine zwei Tages Auszeit. Ich fuhr jedoch keine großen Distanzen mehr war aber trotzdem sehr schnell unterwegs. Ich musste mich eben erst noch daran gewöhnen.
Als ich abends im Zimmer einschlief und wach wurde als mir etwas über die linke Schulter lief war mir gleich klar dass es keine Fliege war. Ich schaltete das Licht an und sah die Kakerlake noch auf dem Bett herumlaufen. Der ganze Boden war voll davon. Die restliche Nacht verbrachte ich draußen auf dem Flur sitzend in einem Plastikstuhl. Früh am nächsten Morgen bin ich aufgebrochen in Richtung Gambia, was ich zwei Tage später erreichte. Das war also mein letztes Land. Ich freute mich schon darauf den Englisch ist neben deren verschiedenen Stammessprachen die Hauptsprache.
Schon in Mauretanien habe ich die ersten Mangos der Saison bekommen. Ich befand mich jetzt mitten drin. Überall am Straßenrand konnte ich mich für ein paar Cent damit satt essen. Das Kilo kostete wenn es gut war um die 50 Eurocent. Die Früchte waren saftig und wurden reif gepflügt.
Am letzten Tag, ich verließ gerade mein Zeltplatz und fuhr einige Kilometer überquerten vor mir eine Gruppe von Affen die Straße. Ab und zu war kein Asphalt mehr vorhanden und es vermittelte mir das Gefühl wirklich in Afrika unterwegs zu sein. Auswaschungen Pfützen und Wellblech erschwerten die Fahrt um einiges. Insgesamt sind die Straßen aber in sehr gutem Zustand gewesen.
Im Senegal gab es auch keine Probleme einen Zeltplatz zu finden. Es gab zwar vereinzelt Polizeikontrollen die mich aber nicht kontrollierten oder fragten.
Ca. zehn Kilometer vor der Grenze bei Karang wurde ich von einem Motoradfahrer angefahren. Ich hörte noch sein Hupen als ich mir die Hütten und die unzähligen Papaya Bäume eines kleinen Dorfes anschaute. Ich fuhr ganz rechts am Straßenrand und kein anders Fahrzeug außer dem Motorrad war zu hören oder zu sehen. Das einzige an das ich mich noch erinnere war der dumpfe Aufprall und im nächsten Moment lag ich schon auf der Straße. Ich brauchte eine ganze Weile bis ich realisierte was gerade geschehen war. Ich rappelte mich wieder auf, stellte dabei fest das mir nichts passiert war außer eine verstauchte linke Hand und Schürfwunden am Arm Das Rad hat nichts abbekommen, nur ein kleines Loch in der Packtasche. Zum Glück stellte ich auch fest das das Notebook und die Kamera noch funktionierten. Bis heute weiß ich nicht warum er mich angefahren hat da er mich ja anscheinend gesehen den er  hupte ja.
Am Grenzübergang wurde ich dann von einer ganzen Schar von Schleppern empfangen die mit Stapelweise Geldscheine entgegen streckten. Ich ließ sie neben mir und lief zur Polizei um den Pass zu stempeln. Ohne Probleme, ohne Korruption wurde der Pass gestempelt und ich lief zur Schanke um sie zu passieren…



                                       



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